Es rührt sich was bei Roche: Auf dem früheren Gelände des Pharmaunternehmens sind Bauarbeiter dabei, Schuttberge zu beseitigen. Das erste Gebäude soll nun gebaut werden. Foto: Andrea Jaksch

Ehemaliges Roche-Gelände in Tutzing

Demnächst erster von fünf Neubauten

Die jahrelange Wartezeit scheint zu Ende zu gehen: Für das erste von fünf neuen Gebäuden auf dem ehemaligen Roche-Gelände in Tutzing wird derzeit Platz geschaffen.

Ein Bagger räumt schon mal den Schutt weg: An der Tutzinger Bräuhausstraße werden zurzeit die Restbestände des früheren Hotels Simson beseitigt, die dort monatelang aufgetürmt waren. Viele Einheimische haben sich über die zähe Beständigkeit der Industriebrache gewundert. Aber nun tut sich etwas an dem zuletzt TGZ genannten Standort, von dem die Unternehmen Boehringer-Mannheim und Roche schon lange verschwunden sind.

Der Gemeinderat hat, wie berichtet, gegen drei Stimmen den Bau eines Gebäudes in Dreiecksform an der Bräuhausstraße genehmigt. Untergebracht werden sollen dort ein so genanntes Aparthotel, ein Gastronomiebetrieb und eine Tanzschule. Das soll der Auftakt zu einer Bebauung des nach Osten hin abfallenden Geländes mit insgesamt fünf Gebäuden sein – samt eines öffentlich zugänglichen Platzes mittendrin und einer Freitreppe. Ein konkreter Fertigstellungstermin ist nicht bekannt.

Trotz des klaren Abstimmungsergebnisses war die Diskussion bis zuletzt von heftigen Kontroversen geprägt. Dr. Toni Aigner von den Freien Wählern lobte den Entwurf im Gemeinderat in den höchsten Tönen: „Da kommt Leben rein, da rührt sich was in dem Komplex.“ Sein Fraktionskollege Dr. Heinrich Reiter sprach dagegen von einer „trickreichen und findigen Vorgehensweise“. Grund: Nach dem Bebauungsplan hatten die meisten offenbar zwei Stockwerke erwartet, aber nun wurden ihnen derer drei präsentiert.

Der von der Gemeinde beauftragte Stadtplaner Prof. Florian Burgstaller sah zwar in der Geschossfläche überhaupt kein Kriterium für den Bauantrag, weil planungsrechtlich die Kubatur, also das Bauvolumen, maßgeblich sei und nicht die Fläche. Doch Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) gab sich schier „fassungslos“. Er schimpfte über einen „Bauvorschlag mit der Brechstange“. Georg Schuster (ÖDP) konnte wiederum solche Vorwürfe nicht verstehen. „Der Planer hat fast alles umgesetzt, was wir wollen“, sagte er anerkennend – um gleich einige seiner Kollegen aufs Korn zu nehmen: „Gewisse Leute sind wieder mal dagegen.“ Bei einem einzigen Ratsmitglied klang so etwas wie Selbstkritik durch: „Da waren wir etwas blauäugig“, gestand Christine Nimbach (Grüne). Bei einem Gebäude mit dieser Wandhöhe hätte man sich denken können, „dass da drei Geschosse reinkommen“, meinte sie: „Wir hätten halt besser aufpassen müssen.“

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