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Enttäuscht: Im ersten Anlauf konnte Dr. Harald Lossau seine Ratskollegen nicht überzeugen . 

Ortsentwicklung

Neues Konzept für den Alten Wirt

Dr. Harald Lossau, Gemeinderat und Besitzer des Gasthofs „Alter Wirt“ in Etterschlags Ortsmitte, möchte aus einem angrenzenden alten Stall erschwingliche Wohnungen machen. Seine Ratskollegen konnte er von seinem Konzept noch nicht überzeugen.

Etterschlag - Zum Kauf motiviert hatte Lossau, der für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt, die Diskussionen um den Kirchenwirt in Steinebach (wir berichteten). Lossau steckte eine sechsstellige Summe in die Renovierung des Restaurants im „Alten Wirt“. 2016 stellte er einen Antrag auf Vorbescheid, das Ober- und Dachgeschoss auszubauen. Im Herbst schließlich kaufte er das an den Wirt anschließende Nebengebäude, einen verfallenen Stall.

Auf der etwa 3300 Quadratmeter großen Fläche sieht der 50-jährige Lossau nun eine Chance, gleich zwei Probleme der Gemeinde sozusagen mit einer Klappe zu schlagen: Wirtschaft samt Biergarten erhalten, sozialen Wohnraum schaffen. Am Montag stellte er den Räten sein Konzept für das gesamte Areal mit Gaststätte, Hotelzimmern, bezahlbaren Wohnungen sowie möglicher Gewerbefläche vor. Das nach Westen ausgerichtete und an den Stall angrenzende Wohnhaus soll unverändert bleiben.

Zu einem Beschluss kam es am Montag nicht, sondern vielmehr zur Anregung, dem Vorhaben einen Bebauungsplan überzustülpen. Kernkritikpunkt waren die mit dem Konzept einhergehenden Parkplätze, die „eine große Fläche“ rund um den ortsprägenden Maibaum vor der Wirtschaft einnehmen könnten. „Man muss bedenken, dass es sich hier um den Ortsmittelpunkt in Etterschlag handelt“, sagte Bürgermeisterin Christel Muggenthal gestern auf Rückfrage.

Eigentümer Lossau ist enttäuscht, „dass einzelne Gemeinderäte mein Engagement für den Erhalt des Alten Wirts und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ausbremsen“. Schließlich bliebe die Kubatur wie sie ist, einzig die Dachgauben kämen dazu. Die Bedenken in Sachen Parkplatz räumt Lossau aus: „34 Parkplätze wären auf der Fläche möglich.“ Als Besitzer der nahegelegenen Firma Dynamic Systems könnte Lossau auch außerhalb der Arbeitszeiten weitere 40 Firmenstellplätze zur Verfügung stellen. Vergebens.

Jakob Aumiller (CSU) schlug den Bau einer Tiefgarage vor. „Zu teuer“, konterte Lossau. Paul Grundler (Wörthsee Aktiv) gab zu bedenken, dass Lossau mit einem Ausbau die Entwicklung der Ortsmitte definiere. Deshalb verlangte Birgit Dietrich (Grüne) eine Bauleitplanung. „Wo fängt man an und welche Auswirkungen haben die Pläne auf den Umkreis?“ wollte sie wissen und kritisierte, dass Lossau sich in seinem Konzept hauptsächlich auf das Äußere der Gebäude konzentriert habe. „Ich habe mehrfach darum gebeten, mir zu sagen, was sich die Räte wünschen“, konterte Lossau. Vorschläge seien keine gekommen. Und im Antrag auf Vorbescheid habe die Gemeinde die Dachgauben bemängelt.

„Ich finde die Planung in Ordnung“, sagte Muggenthal. Lossau wäre auch bereit, rechtlich abzusichern, dass der Maibaum stehen bleibt und die Wechselparkplätze auf dem Firmengelände dem Gasthof zugesichert werden. Die Bürgermeisterin schlug schließlich die Aufstellung eines „vorhabenbezogenen Bebauungsplans“ vor. Lossau fürchtet, dass ein Bebauungsplan den Ausbau verzögern könnte. Ein Gespräch mit Bürgermeisterin und Planer soll Klarheit bringen.

Michèle Kirner

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