Familienausflug zu Sisi: Viola und Robin Hajek mit Sohn Jaron und Susanne und Wilfried Hajek (V.l.) gehörten zu den ersten, die das Kaiserin-Elisabeth-Museum nach der langen Pause besuchten.
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Familienausflug zu Sisi: Viola und Robin Hajek mit Sohn Jaron und Susanne und Wilfried Hajek (V.l.) gehörten zu den ersten, die das Kaiserin-Elisabeth-Museum nach der langen Pause besuchten.

Museum öffnet mit neuen Ausstellungsstücken und guter Lüftung

Eine Kaiserin als Kleiderpuppe

Nach 15 Monaten endlich wieder Museumsluft schnuppern, und noch dazu ziemlich frische: Mit Luftreinigungsgeräten, Anmeldung und Abstand konnte das Kaiserin-Elisabeth-Museum in Possenhofen an Fronleichnam wieder die ersten Besucher empfangen. Mit 30 Gästen war es nach derzeitigen Möglichkeiten ausgebucht. Auch einige neue Ausstellungsstücke kamen gut an.

Possenhofen - „Ich war seit über einem Jahr nicht im Museum“, sagte eine Besucherin aus München. „Ich bin einfach nur erleichtert, dass wir unser Hobby wieder pflegen dürfen.“ Gestern habe sie zufällig die Homepage aufgerufen und sofort für sich und Tochter Ina (11) einen Termin vereinbart. „Ich bin mit dem Thema Sisi aufgewachsen“, sagt Ina.

Pro Stunde dürfen fünf Leute ins Museum. Eine App mit Audiodateien zu jedem Ausstellungsstück sorgt dafür, dass die Gäste frei entscheiden können, wann sie welches Stück betrachten. Wer kein Handy hat, kann sich ein Gerät ausleihen. „So gibt es keine vorgeschriebene Reihenfolge, und es kommt nicht zum Stau“, erklärt Rosemarie Mann-Stein, seit 13 Jahren ehrenamtliche Museumsleiterin. „Es kam schon einiges zusammen, bis wir öffnen konnten.“ Zum Beispiel die Plexiglasscheibe vor dem Empfang, Bodenmarkierungen oder die Luftreinigungsgeräte in jedem Raum. „Die brauchen wir, weil wir keine Fenster öffnen können. Das wäre schädlich für die Ausstellungsstücke“, erklärte die Museumsleiterin.

Die Besucher empfanden die Vorkehrungen alles andere als einschränkend. „Es war total angenehm“, sagte eine Besucherin. „Man hatte genug Platz und Zeit, um in Ruhe alles anzuschauen und es war nicht eng.“ Ein sieht es Viola Hajek aus Reutlingen bei Stuttgart. Die 28-Jährige hatte sich mit Mann, Sohn Jaron (2) und ihren Eltern für die Schicht um 13 Uhr eingetragen. „Ich finde den Tourguide über das Handy sehr geschickt“, sagte sie Hajek. „Ich mag die Sisi-Geschichte, aber ich glaube, es war lange nicht so rosig, wie es zum Beispiel in den Filmen dargestellt wird.“ Um mehr zu erfahren, besonders aus Sisis alltäglichem Leben, ihrer Kindheit und ihrer Familie, kam Hajek nach Possenhofen. Ihre Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Mit insgesamt über 2000 Ausstellungsstücken in den Räumen oder dem Archiv bietet Mann-Stein einen breiten Einblick in das Leben der Kaiserin.

Dazu zählen zum Beispiel die jüngsten Ausstellungsstücke über die spanische Tänzerin Pepita de Oliva – wohl eine heimliche Geliebte von Sisis Vater Herzog Max in Bayern? Eine weitere Attraktion sei erst drei Tage im Museum: Eine Leihgabe in Form einer Büste der Kaiserin Elisabeth, die als Kleiderpuppe für Kleidungsstücke aus dieser Zeit fungiert. Sie steht zwischen alten Fotos, Schriften oder Puderdosen im ehemaligen Wartesaal für allerhöchste Herrschaften. Dort kam unter anderem Sisi mit dem Zug oder der Kutsche an, konnte sich ausruhen und frisch machen. „Der Raum ist noch weitestgehend original und sehr authentisch“, so Mann-Stein. Auf die besonderen Räumlichkeiten des Museums ist auch Mitarbeiterin Sibilla Porta stolz: „Es ist toll, dass sich so ein Museum auch an einem Ort mit Bezug zum Thema befindet. Diese regionale Geschichte ist wichtig für Urlauber und Anwohner.“ Zu diesen Urlaubern gehörte auch eine Besucherin aus Hessen. „Ich war immer schon ein Sisi-Fan“, bekannte sie. „Im Museum habe ich mir sehr gerne die ganzen Bilder angeschaut. Ich finde, auf jedem Foto sieht Sisi ein bisschen anders aus.“ Nach dem Museumsbesuch stand für sie noch ein Ausflug zum Schloss Possenhofen an, denn dort hatte Sisi ihre Kindheit verbracht.

„Wir sind alle sehr glücklich“, sagte Mann-Stein, als die ersten Gäste durch die Räumlichkeiten schlenderten. „Es ist ein Schritt zurück in die Normalität.“ Ab sofort hat das Museum Freitag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr sowie an Feiertagen geöffnet. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich (www.kaiserin-elisabeth-museum-ev.de).

Vanessa Lange

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