Neubau in Starnberg

Eine Villa am See muss weichen

Starnberg - Am Westufer des Starnberger Sees wird eine alte Villa abgerissen - damit verschwindet auch ein teilweiser Schwarzbau. Stattdessen entstehen Wohnungen.

Am See verschwindet eine Villa und ein Schwarzbau gleich dazu: Der nördliche Teil des Bebauungsplans „Seeufer Süd“ wird nun doch weiter bearbeitet, und das teils als Schwarzbau geltende Haus Unterer Seeweg 3 in Starnberg durch einen Neubau ersetzt. Den Architektenentwurf billigten acht der 13 Bauausschussmitglieder, die Fortsetzung des Bebauungsplans zwölf.

Die ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammende Villa südlich des MRSV war laut Bauamt in den 1960er Jahren ohne Genehmigung umgebaut, erweitert und aufgestockt worden. Nachträgliche Genehmigungen hatten weder die Stadt noch das Landratsamt erteilt. Nach mehrmaligem Eigentümerwechsel hatte sich der Bauausschuss dieser Tage mit einem Antrag auf Baugenehmigung für einen Neubau mit sieben bis acht Wohneinheiten und einer Tiefgarage zu befassen. Die Stadträte orientierten sich dabei an den Vorgaben eines von ihren Vorgängern 2011 genehmigten Vorbescheids, machten aber auch Zugeständnisse in Form einer etwas größeren Wandhöhe sowie bebauten Grundfläche, was nicht jedem gefiel.

Problem ist nach den Worten von Stadtbaumeister Stephan Weinl, dass die Richtschnur die Umgebungsbebauung ist, weil Vorgaben eines Bebauungsplans noch fehlen. In zahlreichen Verhandlungen habe er aber erreicht, dass die Wohneinheiten nicht wie bisher in einem Gebäude, sondern künftig verteilt auf einen größeren und einen kleineren Baukörper untergebracht werden sollen. Das verhindere, dass der Neubau ähnlich dominierend und störend zwischen den denkmalgeschützten Villen Peuker und Böhler am Seeufer in Erscheinung trete wie das jetzige ungenehmigte Gebäude.

Gerd Weger (CSU) schimpfte mit Blick auf den genehmigten Vorbescheid aus 2011: „Kann man sich nicht einmal an Beschlossenes halten? Der Neubau sollte sich im Rahmen des Vorbescheides bewegen.“ Prof. Günther Picker (WPS) übte Kritik am Baustil des von „baehr-rödel necologix architects“ erstellten Entwurfs: „Das passt überhaupt nicht in die Gegend. Wir wollen die Villenkolonie nicht verhunzen.“ Seiner Meinung nach sollte zunächst nur der Bebauungsplan bearbeitet werden. Ihm widersprach Patrick Janik (UWG): „Ein schöner Entwurf.“

Strittig war, ob wegen der geplanten Balkone die vom Bauamt verlangte Freihaltung einer Sichtachse von der Straße zum See tatsächlich realistisch ist. „Das scheitert schon an den überall 1,80 Meter hohen Hecken dort“, meinte Angelika Kammerl (WPS). 

Rubriklistenbild: © dpa

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