Aufenthaltsort bekannt: Wirtin Elisabeth Hellmann weiß zumindest schon, wo der Baum ist. Den brachten die Alten Herren nämlich am Freitag den aktiven Handballern zurück. Und diese müssen das Stangerl dann am Samstag abliefern. Foto: Jaksch

Von einem Dieb zum nächsten

Herrsching - Es ist nicht einmal der traditionelle Maibaum der Gemeinde, aber er ist ebenso begehrt. Der Maibaum vom Gasthaus zur Post in Herrsching wurde gleich zweimal geklaut - erst den Wirten, dann den Dieben.

Maibaumdiebstähle schreiben zuweilen kuriose Geschichten. So wie in Herrsching, als die Handballer nach langer Zeche das Traditionsstangerl aus dem Biergarten des Gasthauses zur Post klauten. Einen Tag rätselten Wirt und Gäste, wo der 18 Meter lange Stamm geblieben sein könnte. Nach dem schlechten Abschneiden beim Spiel am Tag drauf, kam dann alles auf. Der Trainer soll nicht erfreut gewesen sein, als er den eigentlichen Grund für das Schwächeln seiner Handballer erfuhr.

Die ersten Verhandlungen mit den Wirtsleuten Otmar Walch und Elisabeth Hellmann konnten beginnen. Eine Brotzeit mit Bier lehnten die Diebe ab: „Des kenna mia selba kaufa.“ Stattdessen forderten sie für die Herrschinger Kindergartenkinder, immerhin 220 Buben und Mädchen, eine gesunde Brotzeit mit Getränk und einem Gutschein für ein Eis. So würden sie gleich ins Brauchtum miteingeführt. Die Wirtsleute schlugen ein. Damit die Brotzeit auch wirklich gesund ist, ging Elisabeth Hellmann sogar auf Kräuterwanderung.

Aber wo zwei Parteien verhandelten, freute sich ein Dritter: der Stammtisch der „Alten Herren". Diese klauten den Maibaum nämlich nun den Handballern und rückten den Baum erst gegen Schweinebraten und Freigetränke am Freitag wieder raus. Am Samstag, 27. April, um 11 Uhr, wollen dann nun die Handballer den Maibaum den Wirtsleuten zurückgeben - mit Blaskapelle und viel Tamtam.

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