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Gemeinderat hat entschieden

Einheimischenmodell in Wörthsee abgelehnt

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Ein CSU-Antrag zu dem Thema scheitert zum fünften Mal im Gemeinderat. Die weitere Planung soll erst nach Vollendung des städtebaulichen Konzepts angegangen werden.

Wörthsee – Mit Anlauf Nummer fünf zog sich die CSU den Ärger der Wörthseer Gemeinderäte auf sich. Viermal hatte die Fraktion bereits die Bedarfsermittlung oder Umsetzung eines Einheimischenmodells beantragt – auch in der Sitzung am Mittwochabend lehnte es der Gemeinderat ab. Die CSU hatte in einer Umfrage 73 Bürger ausgemacht, die sich für ein Einheimischenmodell interessieren (wir berichteten). Die Fraktion hatte nun für ihren fünften Anlauf im Gemeinderat einige junge Bürger mobilisiert, der Sitzungssaal war bis auf wenige Plätze gefüllt.

Gerade angesichts der Kulisse fragte Dr. Klaus Kaplaner (SPD), „ob es sich einfach gut macht, dass sich die CSU um ein Einheimischenmodell bemüht.“ Dirk Bödicker von WörthseeAktiv wurde direkter: „Jedes Mal mit Themen auf den Gemeinderat einzuhacken, die ihr in zwölf Jahren CSU-Mehrheit nicht angepackt habt, halte ich für problematisch.“ Birgit Dietrich (Grüne) störte sich zudem an der Vehemenz, mit der die CSU etwa in ihrem Medium „Wörthseespiegel“ auftritt: „Anscheinend habe ich mich getäuscht und es ist doch schwierig in der Zusammenarbeit.“

Schließlich erklärte CSU-Gemeinderat Jakob Aumiller: „Ich finde die Diskussion schlimm. Wenn die Leute wegziehen, bleiben wie in Grünwald nur Sozialwohnungen oder Millionäre, die mit dem Ort nichts zu tun haben wollen.“ Die Gemeinderäte argumentierten auch inhaltlich gegen den Antrag. Der Tenor: Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, Bürgern Eigentum zu verschaffen.

Bürgermeisterin Christel Muggenthal sagte: „Ihr Antrag kommt zur falschen Zeit – das habe im letzten Jahr schon gesagt.“ Die Gemeinde möchte abwarten, bis das städtebauliche Entwicklungskonzepts (ISEK) erstellt ist.

Eine Handreichung gab es dann doch: „Die CSU hat offenbar Landwirte, die bereit sind, Grundstücke zu verkaufen“, sagte Kaplaner. „Damit soll sie sich ins ISEK einbringen.“ Zweiter Bürgermeister Konrad Gritschneder stimmte das erste Mal für den Antrag seiner Fraktion, auch Thomas Bernhard (Freie Wähler) war dafür – es half nichts. Nach der Abstimmung verließen die jungen Bürger schlagartig den Raum. „Die müssen jetzt alle wegziehen“, sagte Gritschneder zu seinen CSU-Kollegen. Das ISEK soll bis Ende des Jahres erstellt sein. Auch ein Antrag der Grünen, die Staatsstraße 2348 zur Gemeindestraße zurückzustufen, wurde mit Verweis auf das ISEK erst mal nur zur Kenntnis genommen.

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