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Modelle aus alter Zeit und in fast allen Größen konnten sich Besucher am Wochenende im Seniorentreff aus der Nähe anschauen. Noch heuer soll es eine weitere Ausstellung dieser Art geben, dann allerdings im Heimatmuseum.

Eisenbahn-Ausstellung

Wertvolle Züge in allen Größen

Starnberg - Modelleisenbahnen beherrschten am Wochenende das Bild im Seniorentreff – weniger zum Spielen als vielmehr wertvolle Sammlerstücke und rare Exponate. Im Herbst wird es eine weitere Ausstellung geben.

„Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Mit diesem Zitat von Friedrich Schiller eröffnete Hans Peter Stoehrel am Samstagvormittag eine ganz besondere Ausstellung im Seniorentreff in Starnberg. Er selbst gab die Initiative zu diesem Projekt und konnte viele Altersgenossen bewegen, ihre Spielzeuge noch einmal vom Speicher zu holen und gemeinsam aufzubauen. Einige beeindruckende Sammlerstücke kamen hierbei zutage.

Richtig fertig sah die Ausstellung zum Moment der Eröffnung eigentlich noch nicht aus. Es türmten sich Pappkartons, nur vereinzelt waren Miniatur-Landschaften mit kleinen Zügen darin zu sehen. „Das ist beabsichtigt“, erklärte der Organisator, „schließlich macht das gemeinsame Aufbauen, das Fachsimpeln und der Austausch am Eisenbahnspielen am meisten Spaß.“

Nicht zum Spielen, aber zum Betrachten war die Miniatur-Nachbildung des originalen König-Ludwig-Zugs, der vor einem Modell des Starnberger Bahnhof stand. Ein wahres Schmuckstück für Sammler, das Hans Peter Koziol dem Seniorentreff für diese Aktion zur Verfügung gestellt hat. Über die Zeitschrift des Seniorentreffs hatte Stoehrel einen Aufruf gestartet. Leiter Helmut Kilian warf seine anfänglichen Zweifel an diesem Projekt schnell über Bord, denn tatsächlich fanden sich viele Eisenbahnfans, die ihre Preziosen zur Verfügung stellen wollten.

Lokomotive aus dem Jahr 1905

Zum Herzstück der Ausstellung ging es dann ins zweite Obergeschoss des Ilse-Kubaschewski-Hauses. Dort waren die Teilnehmer der Ausstellung gerade dabei, ihre Schmuckstücke auszupacken. Etwa eine Lokomotive von 1905, die statt mit Motor oder Elektrik über ein Uhrwerk angetrieben wurde. Der Initiator selbst zeigte eine Dampflok Baujahr 1912, die tatsächlich mit einem winzigen Spiritus- und einem Wassertank Dampf erzeugt: „Diese Lok hatte einst Krauss Maffei in Groß gebaut. Sie fuhr damals den Geschwindigkeits-Weltrekord mit 154 km/h.“ Christoph Sening zeigte sehr wertvolle Sammlerstücke von Märklin, die noch vor dem Zweiten Weltkrieg hergestellt wurden. „Das sind genau die Stücke, von denen ich gerne noch mehr hier gehabt hätte“, resümiert der Organisator.

Sammler unter sich: Heinz Laturner, Manfred Kühn, Dr. Ulrich Irrgang, Hans Pfreundner, Peter Petersen, Dr. Christoph Sening, Helmut Kilian, Derk Bodack und Initiator Hans Peter Stoehrel (v.l.).

Er hat bereits die nächste Idee, was mit den Schmuckstücken anschließend passiert: „Die Ausstellung soll ab November 2016 im Museum Starnberger See zu sehen sein.“ Museumsleiterin Sybille Küttner hat dazu ihre Zustimmung bereits gegeben: „Der Termin steht fest, wir müssen sehen, mit welchen Stücken wir die Ausstellung noch ergänzen können.“ Hans Peter Stoehrel bedauerte, dass die Kinder heute sich kaum mehr für diese Art des Spielens interessieren: „Der jungen Generation heute können wir unsere Sammlungen nicht vererben. Daher werden diese ganzen Kostbarkeiten bestenfalls im Museum enden. Vielleicht kommt die Jugend ja dorthin, um sie wenigstens anzuschauen.“

Eisenbahnausstellung in Starnberg: Bilder

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