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Weideaustrieb: Die Kühe des Bio-Betriebs Erhard in Pöcking, im Bild Diana, genießen ihre Freiheit und liefern gesunde Milch für die Molkerei Scheitz.

Molkerei Scheitz/Bioland

Video: Das passiert, wenn Erhards Milchkühe wieder raus dürfen

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Pöcking - Sechs Monate waren sie im Stall - seit gestern wieder auf der Weide: die rund 50 Bio-Milchkühe der Erhards in Pöcking. Wir waren beim Schauspiel des Austriebs dabei.

Es ist 11.15 Uhr, irgendwo zwischen Maising und Pöcking. Vom strahlend blauen Himmel lacht die Sonne, auf den saftig grünen Wiesen des Bioland-Betriebes Erhard herrscht Ruhe – eine herrlich bayerische Landidylle neben Birnbaum und Marterl. Aber gleich geht’s los: Gastgeber Andreas Erhard öffnet die Stalltür, 51 Milchkühe hüpfen nach einem halben Jahr im Stall glücklich muhend in die Freiheit. Es ist Weideaustrieb, zu dem die Verantwortlichen der Andechser Molkerei Scheitz und des ökologischen Anbauverbandes Bioland Medien eingeladen haben, damit diese das Bild von fröhlichen Rindern in die Welt tragen. 

Gastgeberin Luise Erhard kennt jede Kuh beim Namen. „Das ist die Diana, die kann sauber Gas gebm“, sagt sie. Auch für sie ist es immer wieder etwas ganz Besonderes, wenn die Kühe raus in die Freiheit dürfen. Diana wirkt wahnsinnig aufgeregt – im positiven Sinne. Sie rupft Gras, frisst hungrig und stapft zufrieden über das Gelände, während am Zaun Journalisten filmen, knipsen und den Drang nach Freiheit genießen. 

Warum das so wichtig ist? „Der Auslauf ist essentiell für die Gesunderhaltung der Tiere sowie für eine besonders gute Milchqualität“, sagt Barbara Scheitz, Geschäftsführerin der größten Bio-Molkerei Europas. Anspruch sei es, die Verantwortung nicht alleine bei den Bauern zu belassen, sondern den Weidegang mit einem in Deutschland einmaligen Zuschlag für Weidehaltung auf den Milchpreis zu honorieren. „Auf der Weide können die Tiere ihr natürliches Verhalten ausleben“, erklärt Bioland-Landeschef Josef Wetzstein. Und Bioland-Berater Martin Hermle fügt in bestem Jogi-Löw-Schwäbisch hinzu: „Da können sie sich letschendlich au belecken“, was so ähnlich ist wie eine Massage. Kurzum: Die Milchkühe der Erhards sind gesund, zufrieden und eine Investition in Gesundheit, denn: „Eine von den natürlichen Weiden beeinflusste Bio-Milch weist höhere Omega3- und Omega6-Fettsäuren als normale Milch auf“, betont Barbara Scheitz. Rund 530 verbandszertifizierte Bio-Kuhmilchbauern in einem Umkreis von etwa 160 Kilometern lieferten den wertvollen Rohstoff zur Veredelung an die Andechser Molkerei. 

Gerade in Zeiten von TTIP nehme das Bewusstsein der Verbraucher zu, was gesunde Ernährung betrifft, so Wetzstein. Während bei konventioneller Milch eine Überproduktion den Preis drücke, halte sich der Preis für Bio-Milch stabil, denn die Nachfrage steige. Mit der Marke Andechser Natur lebe und fördere die Molkerei Scheitz den Gedanken „Natürliches natürlich belassen“. Die Qualitätsarbeit der Bauern solle auch bei den Verbrauchern ankommen. Und die Erhards? Die lauschten entspannt den Erläuterungen der Bio-Experten. Am Nachmittag waren die Gastgeber froh, als Stille einkehrte. Ihre Milchkühe brauchen eben auch mal Ruhe.

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