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Auf dem Gelände der ehemaligen Diamantschleiferei sollen neben Büros auch 19 Wohnungen entstehen.

Diamantschleiferei Feldafing

Krachende Abfuhr für den Investor

In seinem Ansinnen, in der ehemaligen Diamantschleiferei in Feldafing neben Büros auch 19 Wohnungen einzurichten, hat Investor Dr. Andreas Bienert jetzt einen herben Rückschlag verbuchen müssen. Wieder einmal.

Feldafing – Die Geschichte zieht sich mittlerweile seit Jahren hin. Bienerts Firma Pronesta hat die ehemalige Diamantschleiferei in der Koempelstraße vor Jahren erworben. Seitdem versucht er, eine Wohnnutzung in dem riesigen Gebäude genehmigt zu bekommen.

Als mit der Gemeinde und dem Landkreis keine Einigung möglich schien, stellte er das Gebäude kurzerhand der Regierung von Oberbayern als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende zur Verfügung. Nachdem die letzten Flüchtlinge Anfang des Jahres auszogen, begann er mit der Umnutzung. Im Erdgeschoss des weitläufigen Gebäudekomplexes entstehen gerade mehrere Büros, Co-Working-Stationen und Gemeinschaftsräume, die Mitte des Jahres bezogen werden sollen (wir berichteten).

Parallel dazu laufen Verhandlungen mit dem Landkreis und der Gemeinde über die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Jetzt beschäftigte sich der Gemeinderat erneut mit dem Antrag. Das Bauvorhaben füge sich nicht in die umgebende Bebauung ein, fand nicht nur der Städteplaner, der das Bauvorhaben allein wegen fehlender Stellplätze als aussichtslos einschätzte.

Nun hat das Landratsamt vorgeschlagen, für dieses Gelände einen Optionsbebauungsplan aufzustellen. Dieser sieht den Abbruch des Altbestandes und Neubau oder eine Umnutzung des Bestandes vor, wobei die Umnutzung keine baurechtlichen Auswirkungen auf die Umgebung hat. Diese Möglichkeit war auch Bürgermeister Bernhard Sontheim neu. Eine Optionsplanung schafft keinen Präzedenzfall für die umliegende Bebauung. Sontheims größte Sorge war nämlich, wie er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur bestätigte, dass durch die massive Verdichtung auf dem Gelände der ehemaligen Diamantschleiferei auch die Besitzer der umliegenden Grundstücke ein erheblich weitreichenderes Baurecht für ihr Land ableiten könnten. Durch den Optionsplan ist hingegen gewährleistet, dass nicht die gesamte Koempelstraße verdichtet wird. Einstimmig wurde dann auch die Möglichkeit befürwortet, in besagte Planung einzusteigen.

Das von Andreas Bienert favorisierte Projekt, 19 Wohnungen innerhalb des bestehenden Baukörpers zu errichten und zu Preisen von um die 20 Euro pro Quadratmeter zu vermieten, stieß indes auf breite Ablehnung.

Eva Klug (AUF) konnte ihren Unmut kaum zügeln. „Zwölf Wohneinheiten waren mir schon zu viel. Jetzt sollen es 19 sein und Gewerbe. Ich bin fassungslos!“, erboste sie sich. Dr. Markus Hauser (Bürgergruppe) regte sich auf, dass die Wohnungen nun so klein gemacht werden, dass nur noch „Mikroappartements“ übrig bleiben, Tom Schuierer (AUF) nannte sie „Bienenwaben“.

Maxi Gerber (Bürgergruppe) war dafür, „endlich mal zu einem Ergebnis zu kommen“. Einstimmig lehnte der Gemeinderat die angestrebte Lösung des Bauwerbers ab und beschloss, dass die Geschossflächenzahl von 0,7 eingehalten werden muss. Damit ist das Vorhaben in der bisherigen Form wieder einmal vom Tisch.

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