Mit dem Mähdrescher auf den Feldern unterwegs: Wilhelm Painhofer holt die Getreideernte ein.
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Mit dem Mähdrescher auf den Feldern unterwegs: Wilhelm Painhofer holt die Getreideernte ein.

Durchschnittlicher Ertrag erwartet

Regen, Wärme, Sonnenschein: Ernte stimmt Bauern zufrieden

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Nach zwei besonders trockenen Jahren könnte heuer die Ernte wieder etwas besser ausfallen. Das Getreide wird schon dieser Tage eingeholt, auch beim Blick auf Mais und Obst herrscht Zuversicht. Der nasse Juni war für die Bauern ein Segen.

Landkreis – Auf den Feldern im Landkreis ist dieser Tage schweres Gerät unterwegs. Die Sommergerste und der Weizen sind erntereif, es wird gedroschen, was das Zeug hält. „Die Erntebedingungen sind optimal“, sagt Kreisbäuerin Anita Painhofer. Der Blick auf die Anzeigen der hofeigenen Wetterstation verrät: vorerst kein Regen in Sicht. Und selbst ein kurzer Schauer sei zu verschmerzen, meint Painhofer, die gemeinsam mit ihrer Familie einen Ackerbaubetrieb in Geisenbrunn bewirtschaftet. Angesichts der hohen Temperaturen sei das Getreide schnell wieder trocken und könne weitergeerntet werden.

Auch Georg Zankl, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis, drischt seit vergangenem Freitag täglich das Getreide. Mit den diesjährigen Ernteerträgen „kann man schon zufrieden sein“, sagt er – gerade, wenn man in andere deutsche Regionen blickt, in denen es derzeit weitaus trockener ist und es im Frühsommer nicht annähernd so viel geregnet hat. Zankl und Painhofer wollen zwar beide den Tag nicht vor dem Abend loben. Heuer rechnen sie nach zwei Dürrejahren jedoch mit einer gut durchschnittlichen Ernte. Final könne man aber erst im Herbst Bilanz ziehen.

Dass gerade der Juni so verregnet war, „das war sehr gut“, sagt Zankl. „Da haben sich die Böden gut angesaugt“, ergänzt Painhofer. Das zahle sich jetzt aus. Denn die Bifänge, die kleinen, wallartigen Erdgebilde, in denen die Kartoffeln wachsen, haben dadurch genug Wasser gespeichert. Und auch für den tiefwurzelnden Mais sind die Bedingungen laut Painhofer gegenwärtig optimal. Als ursprünglich aus Südamerika stammende Pflanze möge er das feucht-warme, geradezu schwüle Klima. Der Mais befinde sich momentan in der Phase der Kolbenbildung. Wegen der Trockenheit seien die in den vergangenen zwei Jahre vielerorts verdorrt und verkümmert, erinnert sich Painhofer. Geerntet werden könne er aller Voraussicht nach Ende September, nach den Kartoffeln. Erntehelfer braucht es, anders als bei Sonderkulturen wie Spargel oder Gurken, für diese Arbeiten im Landkreis kaum.

Nicht ganz so zufrieden wie die Bauern scheinen die Pächter von kleinen Flächen auf den Sonnenäckern von Starnberger Land. Dort kann man selbst Blumen oder etwas Gemüse anbauen. Dadurch, dass es erst trocken, dann verregnet und anschließend heiß war, sei manches nicht ganz so gut gewachsen, zum Beispiel die Bohnen, berichtet Jana Schmaderer, die die Sonnenäcker betreut. Karotten, Kürbis und Zucchini hätten die wechselnde Witterung hingegen gut verkraftet, ebenso sämtliche Beerensträucher. Allerdings seien solche Aussagen schlecht zu verallgemeinern, sagt Schmaderer. „Es kommt immer auf die Sorte an.“

Das weiß auch Ralf Maier, der über 36 Jahre dem Gartenbauverein Aufkirchen vorstand und die vereinseigene Obstpresse im Bauhof in Aufhausen betreut. Bei Äpfeln, Birnen und Zwetschgen prognostiziert Maier „eine sehr gute, reiche Ernte“. Die Walnüsse und Mirabellen seien hingegen, je nach Standort, zu weiten Teilen Kälte und Regen zum Opfer gefallen. Schon jetzt bekommt Maier viele Anfragen bezüglich der Saftpresse. Um sie zu nutzen, muss man sich unter z 0171/1 24 77 67 anmelden. Bald etwas Regen täte den meisten Obstbäumen jedoch nicht schlecht, sagt Maier. Der sei „immer gut, gerade für die späten Sorten“.

Auch wenn keine Rekordernte ins Haus steht: Kreisbäuerin Painhofer ist dankbar, dass dieses Jahr das Zusammenspiel von Regen, Wärme und Sonne die Früchte größtenteils gut hat gedeihen lassen. „Bislang sind wir auch von Unwettern, Hagel und Überschwemmungen verschont geblieben“, sagt sie – und hofft, dass das auch so bleibt.

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