Das Gemeindehaus an der Bahnhofstraße 38, in dem auch die Herrschinger Insel untergebracht ist: In der Silvesternacht war eine der beiden Wohnungen im Obergeschoss komplett ausgebrannt. Foto: Jaksch

Erst Feuer, jetzt Wasser

Herrsching - „Sie haben großes Glück, mich zu erreichen.“ Die Leiterin der Herrschinger Insel hat die Einrichtung gestern geschlossen. Nach einem Feuer sorgt sie sich um die Gesundheit von Mitarbeitern und Klienten.

Im Gemeindehaus an der Bahnhofstraße 38 in Herrsching war in der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen Eine der beiden Wohnungen im ersten Obergeschoss ist komplett ausgebrannt. Das Feuer hat so sehr gewütet, dass die Brandursache nicht mehr festzustellen sei, sagt Bürgermeister Christian Schiller. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes befinden sich die Räumlichkeiten der Herrschinger Insel sowie Räume der Herrschinger Tafel. Dieser Teil wurde jedoch nur insofern in Mitleidenschaft gezogen, als sich beißender Brandgeruch festgesetzt hat. Auch die im Obergeschoss benachbarte Wohnung kam gewissermaßen glimpflich davon. Bewohnbar ist freilich auch diese Wohnung nicht. Die Bewohner sind zurzeit im Gasthof zur Post und in der Begegnungsstätte Wartaweil untergebracht.

Während der Betrieb der Herrschinger Tafel - immer mittwochs ist Ausgabe - uneingeschränkt weiterläuft, hat Geschäftsleiterin Barbara Maier-Steiger gestern die Herrschinger Insel vorerst für einen Tag geschlossen. Die fünf Räumlichkeiten seien zwar nicht verrußt, aber in einem Zimmer sickere nun das Löschwasser durch die Decke, erzählt sie. Dadurch entstehe ein beißender Geruch nach feuchtem Ruß. Sie, ihre hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter befürchten, dass eine Gefährdung der Gesundheit nicht auszuschließen ist. „Wir haben bei der Gemeinde um eine Unbedenklichkeitsbescheinigung gebeten“, sagt Barbara Maier-Steiger. Ein Treffen der Schülercoaches, das gestern Abend in den Räumlichkeiten stattfinden sollte, wurde an einen anderen Ort verlegt. „Jetzt wissen wir nicht genau wie es weitergeht.“

Bürgermeister Schiller beruft sich auf eine Expertenmeinung. Ihm liegt das Gutachten eines Sachverständigen bereits vor. Der hat den Schaden an der gemeindlichen Immobilie auf rund 250 000 Euro geschätzt. Aber, so Schiller, der Sachverständige habe ebenso versichert, dass sich alles in Grenzen halte. Einen echten Schaden außerhalb der ausgebrannetn Wohnung kann der Bürgermeister deshalb nur in dem Raum ausmachen, wo das Löschwasser durchsickert. „Die anderen Räume sind nicht betroffen“, abgesehen freilich von dem Brandgeruch, der sich überall im Haus festgesetzt habe. Eine Gesundheitsgefährdung wagt der Rathauschef jedoch auszuschließen. „Alles, was uns der Sachverständige geraten hat, ist: lüften, lüften, lüften.“ Eine Bautrocknungsfirma sei auch bereits beauftragt.

Über die Sanierung wird schon am Montag im Bauausschuss beraten. Schiller schätzt, dass sich alles in allem Ausschreibung, Vergabe und Sanierungsmaßnahmen bis in den Herbst erstrecken werden. „Und eine Ausweichmöglichkeit für die Insel gibt es nicht“, so Schiller. Dann müsse die Einrichtung ganz schließen.

Insel-Leiterin Barbara Maier-Steiger wollte über eine langfristige Schließung noch nicht nachdenken. „Erstmal nur heute“, sagte sie gestern. Sie verstehe aber die Verunsicherung ihrer Mitarbeiter. „Die Meinungen reichen von schlimmer bis gar nicht schlimm.“ Darum sollen Experten hinzugezogen werden. Die Herrschinger Insel hat an vier Tagen die Woche geöffnet. Im Schnitt halten sich in den insgesamt fünf Räumlichkeiten die jeweiligen Klienten und zehn Mitarbeiter auf - drei hauptamtliche und ehrenamtliche. Darüber hinaus gibt es regelmäßig diverse Selbsthilfegruppen- und Arbeitskreistreffen unterm Dach der Insel.

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