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Verheerende Annahmequote: Florian Malescha und Co. konnten nur 26 Prozent der gegnerischen Aufschläge so verarbeiten, dass ein ordentlicher Angriff aufgebaut werden konnte.

Volleyball

Erste Auswärtsniederlage für TSV Herrsching

Herrsching - Die Volleyballer des TSV Herrsching mussten am Samstag ihre erste Auswärtsniederlage in der 1. Bundesliga hinnehmen. Sie verloren in Lüneburg glatt in drei Sätzen.

Die weiße Auswärts-Weste des TSV Herrsching ist befleckt. Zwei Tage nach der 0:3-Pokalniederlage in Berlin verlor die Mannschaft von Coach Max Hauser am Samstag im Ligaalltag bei der SVG Lüneburg ebenfalls mit 0:3 (19:25, 18:25, 21:25). Auch im dritten Anlauf geht der TSV beim damaligen Mitaufsteiger Lüneburg leer aus. In der Tabelle der 1. Bundesliga zogen die Norddeutschen an den Oberbayern vorbei. Nach sieben Spieltagen steht Lüneburg auf Platz fünf, Herrsching auf Platz sechs. „Da wäre mehr drin gewesen, aber wir waren im Kopf nicht frisch genug“, sagte Hauser. „Das waren heute zu viele Aufschlagfehler.“ Lüneburgs Trainer Stefan Hübner freute sich: „Das war heute eine richtig gute und konstante Leistung. Ich bin sehr zufrieden.“

In der Herrschinger Startaufstellung standen mit Roy Friedrich und Florian Malescha zwei frische Spieler, die in Berlin gefehlt hatten. Doch beide blieben hinter den Erwartungen zurück. Friedrich „hatte die Scheiße an der Hand“, sagte Hauser. Fünf seiner acht Aufschläge landeten im Netz oder im Aus. Im Angriff hatte der Mittelblocker zumindest eine etwas bessere Quote (56 %). Malescha fing zerfahren an, steigerte sich dann aber.

Der Grundstein zum Lüneburger Erfolg lag aber in der Blockarbeit. Allen voran der nach der Partie zum wertvollsten Spieler gewählte Scott Kerkoven überzeugte. „Unser Block war heute bärenstark“, sagte der US-Amerikaner, der neben sieben Angriffspunkten insgesamt fünf Blockpunkte beisteuerte. Immer wieder scheiterten die Herrschinger Angreifer, insbesondere Julius Höfer und Tom Strohbach, am großgewachsenen SVG-Block.

Im ersten Satz fanden die Hausherren vor 800 Zuschauern in der ausverkauften Gellersenhalle besser ins Spiel. Bis zur ersten technischen Auszeit brachte Herrsching einen einzigen Aufschlag übers Netz. Danach kamen die Gäste besser ins Spiel, doch Lüneburg verteidigte seinen Vorsprung. Im Endspurt scheiterte Herrsching zweimal am Block, der Satzverlust (19:25) war besiegelt. Im zweiten Durchgang wogte das Spiel lange Zeit hin und her. Gegen die starken Lüneburger Aufschläge hatten die GCDW-Verteidiger kein probates Mittel parat. Die Annahmequote von nur 26 Prozent war die schwächste der bisherigen Saison. Die Sideout-Quote „war eigentlich ganz ordentlich“, so Hauser. Doch in der Schlussphase des Satzes brach sein Team wieder zusammen. Die Luft war raus. Zwar brachte Aleksandar Milovancevic nochmals neuen Schwung ins Herrschinger Spiel, die Effektivität in Angriff und Annahme wurden besser, aber auch Lüneburg wurde immer sicherer. Auch weil die 800 Zuschauer in der engen Gellersenhalle („Gellersenhölle“) ihr Team nach vorne schrieen. „Das kann den Gegner schon verunsichern“, sagte Hauser. Bezeichnenderweise mit einem Block machte Lüneburg den Sieg perfekt.

Nach dem längsten Trip der Vereinsgeschichte – am späten Sonntagnachmittag kehrte der GCDW-Tross wieder zurück – „wollen wir uns jetzt wieder mehr auf uns konzentrieren“, sagte Hauser. Am kommenden Samstag kommt der VfB Friedrichshafen mit Daniel Malescha in die Nikolaushalle. Hauser hofft, dass sich bis dahin die Personalsituation etwas bessert. Nicolai Grabmüller dürfte wieder genesen sein. Auch das Debüt von Matt Tarantino wird wohl bald bevorstehen.

Dirk Schiffner

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