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Esche gefällt: Gemeinde sauer

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Nach der Fällung der Esche (l.), will die Gemeinde die weiteren Geschehnisse rund um das historische Gebäude genauer beobachten.  Foto: ph
Nach der Fällung der Esche (l.), will die Gemeinde die weiteren Geschehnisse rund um das historische Gebäude genauer beobachten. Foto: ph

Gilching - Eine alte, schützenswerte Esche ist Baumaßnahmen an der Weßlinger Straße in Gilching zum Opfer gefallen. Laut Bauträger handelte es sich um ein „unbeabsichtigtes Versehen“.

„Wir haben uns alle wahnsinnig geärgert“, stellte Bauamtsleiter Max Huber in der Gilchinger Bauausschusssitzung fest. Denn anders als im Bebauungsplan festgeschrieben, wurden vom Bauträger keine Schutzeinrichtungen für die Bäume, insbesondere die ortsbildprägende Esche, angebracht. „Grundlegendes Planungsziel der Gemeinde aber war die Erhaltung des Ensembles, das aus dem historischen Bauernhofgebäude und den alten Bäumen besteht.“ Mit dem Baubeginn hätte laut städtebaulichem Vertrag erst dann begonnen werden dürfen, wenn die erforderlichen Baumschutzmaßnahmen ausgeführt und von der Unteren Naturschutzbehörde freigegeben worden sind. Stattdessen hat der Bauträger die Esche gefällt und nun eine Befreiung von den Festsetzungen beantragt. Als Begründung gab er an, „dass der Erhalt der Esche durch mehrere unbeabsichtigte Versehen nicht mehr möglich ist“. Im Gegenzug wurde eine Ersatzpflanzung durch einen Bergahorn mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimetern angeboten. „Wir sind nicht der Auffassung, dass es mit einer Ersatzpflanzung getan ist“, betonte Huber. Vielmehr soll der Bauträger nun eine neue „gemeine Esche“ mit einem Stammumfang von 70 bis 80 Zentimetern erfolgen. Die Kosten schätzt Huber auf 13000 Euro. „Diese Auflage ist für den Fall ihrer nicht fristgemäßen Erfüllung mit einer Zwangsgeldandrohung zu verbinden“, schlug der Bauamtsleiter vor. Als Frist für die Ersatzpflanzung gab er die nächste Pflanzperiode im nächsten Jahr an. Das Gremium stimmte zu.

Rechtens war der Abbruch des Nebengebäudes des schützenswerten Bauernhofes, in dem früher die erste Gastwirtschaft Gilchings, der Untere Wirt, untergebracht war. Um ein weiteres „unbeabsichtigtes Versehen“ zu unterbinden, soll auf das historische Gebäude ein besonders wachsames Auge gerichtet werden. Wie berichtet, soll auf dem Gesamtareal anstelle des ehemaligen Reiterhofes, der nach Wiesmath umgezogen ist, ein Neubaugebiet mit mehreren Einfamilien- und Doppelhäusern entstehen.

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