Neue Wirte im Alten Wirt: Susanne Paintmeier (2.v.r.) hat das Traditionshaus in Etterschlag an Dynamic-Systems-Geschäftsführer Dr. Harald Lossau (r.) verkauft. Das Gastro-Duo Werner Ostheimer (l.) und Ralf Hannemann (2.v.l.) will das Gebäude zunächst sanieren, um dann sein Konzept umzusetzen.

Es bleibt gemütlich bayerisch

Etterschlag - Die Notarverträge sind unterschrieben, der Alte Wirt in Etterschlag ist verkauft. Zugeschlagen hat ein Unternehmer aus der direkten Nachbarschaft. Und der bringt Gastro-Profis mit, die dem Haus mit einem neuen Konzept ein Facelifting verpassen.

„Ehrlich soll es sein, gemütlich und authentisch.“ Werner Ostheimer (48) ist Gastro-Profi. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Ralf Hannemann betreibt der Marketing-Kaufmann das „Colonial“ in Puchheim und das „Raabe’s“ in Steinebach. Das „Spektakel“ in Sendling hat das Duo gerade geschlossen – „deswegen passt es wie die Faust aufs Auge, dass wir jetzt den Alten Wirt haben“, sagt Ostheimer. Ab 1. April kommt auch noch das „Siamo“ in der Münchner Leopoldstraße dazu.

 Schon im vergangenen Jahr hatte Susanne Paintmeier nach einem Nachfolger für das Wirtshaus in Etterschlag gesucht (wir berichteten). Nach jahrzehntelanger Schufterei wollte sie irgendwann doch noch einmal mehr Zeit für sich haben. Nun ist alles in trockenen Tüchern. Dr. Harald Lossau, Geschäftsführer von Dynamic Systems, einem Industrie-Etiketten-Hersteller in direkter Nachbarschaft in Etterschlag, hat das Haus gekauft. Ziel: Die Gastronomie, die ein Stück Lebensqualität in Wörthsee ist, solle erhalten bleiben. „Ein anderer Investor hätte es platt und Wohnungen draus gemacht“, so Ostheimer, dem der Deal natürlich entgegenkommt.

 Eine halbe Million Euro wollen die neuen Mieter, Ostheimer und Hannemann, in die Hand nehmen, um das sanierungsbedürftige Gebäude auf Vordermann zu bringen. Neue Stühle und Tische, eine neue Küche, neue Bodenbeläge und neue Deko – „dabei soll es puristisch und eine ehrliche, gemütliche und authentische Dorfwirtschaft sein“ (Ostheimer). Der Münchner Bildhauer Rainer Maria Strixner, zu dem man gute Kontakte pflegt, soll die urbairische Note ins 21. Jahrhundert zaubern. Bayern – das soll sich auch auf der Karte widerspiegeln.

Gut bürgerliche Küche mit regionalen Produkten sowie eine Mittagskarte mit leichten Mahlzeiten garniert mit vegetarischen Alternativen, dazu Bier aus der König-Ludwig-Brauerei. Küche müsse glaubhaft und nachvollziehbar sein, sagt der neue Wirt im Alten Wirt. Aufs Fleisch muss keiner verzichten. Ostheimer: „Ich wurde immer wieder drauf angesprochen, dass wir bloß die Sparerips nicht von der Karte nehmen sollen.“ Bereits zum Maibaumaufstellen sollen die Gäste mit Schmankerln versorgt werden – doch dann noch nicht aus der neuen Küche, sondern zunächst per Catering. Mit der Burschenschaft sei alles bereits abgesprochen. Eröffnungstermin soll dann spätestens der 1. Juni sein, wenn alles in neuem Glanz erstrahlt.

Die Kleinkunstbühne wird es nicht mehr geben, die Gaststube soll geöffnet werden und 180 Leuten Platz bieten. Das Hauptgeschäft laufe im Sommer draußen im Biergarten, der knapp 600 Gästen ein Hort des Wohlfühlens und des Genusses bleiben soll. Ausgelegt ist das Konzept auf zehn Jahre. „Wir legen Wert auf eine gesunde Mischung aus heimischen Produkten mit einem Hauch Mediterranem, gutem Service und Wohlfühlfaktor“, so Ostheimer. Das sei ganz im Sinne der Bürger im Ort, der bisherigen Besitzerin Susanne Paintmeier und des neuen Eigentümers. Eine Art Win-Win-Situation in einem Haus, in dem Geschäftsleute auf Handwerker treffen und wo auch einmal ein Schafkopf gehen darf.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weltbürger und doch im Landkreis daheim
Der Landkreis Starnberg hat den Kulturpreis 2019 vergeben. Sieger sind die Musiker von „Jamaram“, der Verein Jazz am See und der Nachwuchsmusiker Jakob Wagner. 
Weltbürger und doch im Landkreis daheim
Wintersportgeräte aus zweiter Hand
Der Winter naht, und der TSV Tutzing bereitet sich nicht nur konditionell auf die Saison vor. Am Samstag, 16. November, findet der Wintersport-Basar des Vereins statt. 
Wintersportgeräte aus zweiter Hand
Reinen Gewissens Fahrrad  mitgenommen
Es war ein Missverständnis. Deshalb sprach das Amtsgericht Starnberg einen Münchener vom Vorwurf des Radldiebstahls frei.
Reinen Gewissens Fahrrad  mitgenommen
Der Nachwuchs macht Kino
Das Fünf-Seen-Kinderfilmfest startet am kommenden Mittwoch, 20. November. Zu sehen sind deutsche und internationale Filme.
Der Nachwuchs macht Kino

Kommentare