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Ursula Lochner hat das Gilchinger Archiv im Griff. Foto: Singer

Für die Ewigkeit gedacht

Gilching - Es gehört eine Portion Leidenschaft dazu, sich täglich mit verstaubten Akten zu beschäftigen. Doch Ursula Lochner versichert, dass ihre Tätigkeit als Archivarin in Gilching alles andere als langweilig ist.

Sie hat die Nachfolge von Carolin Vogt im Gilchinger Archiv angetreten. Dieses ist zum Teil in einem historischen Stübchen im Werson-Haus untergebracht. „Es handelt sich hier um das Esszimmer des Gilchinger Künstlers Jule Werson“, erzählt Lochner. Zwischen antiken Möbeln und moderner Computertechnik widmet sich die 42-Jährige dort den Hinterlassenschaften, die vielleicht einmal in 40 oder mehr Jahren zur Einsicht bereit stehen.

„Das Archiv ist das Gedächtnis der Gemeinde. Es gibt dabei unterschiedliche Schutzfristen, die gesetzlich festgeschrieben sind“, sagt Lochner. Dies bedeute, dass die Unterlagen aus dem Standesamt, dem Bauamt oder aber auch Protokolle von Sitzungen, die aktuell nicht mehr benötigt würden, ins Archiv kämen und für Jahre nicht einsehbar seien. „Der Reiz an meinem Beruf ist, dass das, was ich hier mache, auf lange Sicht Bestand hat. Es wird erst für die nächste Generation interessant. Ich bin also nur ein Teil einer Kette.“ Ein Archiv sei nie fertig. „Es ist aber alles, was über diese Schwelle kommt, für die Ewigkeit gedacht.“

Ursula Lochner ist studierte Archivarin und war über 15 Jahre lang an der Uni München beschäftigt. „Als ich gehört habe, dass in Gilching die Stelle frei wird, habe ich mich sofort beworben. Das Aufgabenfeld ist hier viel breiter gefächert als an der Uni“, erklärt die gebürtige Grafingerin. Zwar müssten an der Uni mehr Unterlagen aufbereitet werden - „wir hatten insgesamt 2,2 Kilometer Archiv“. Aber die Arbeit teile sich auf mehrere Archivare auf. Die Aufgabe bleibt spannend, zumal das Archiv auch von Familien- und Ortsforschern genutzt wird und Anfragen für wissenschaftliche Arbeiten kommen. Für die nächsten zwei Jahre steht zudem der Umzug ins neue Rathaus an. „Da braucht es einen Vorlauf. Außerdem müssen die Ämter abgeklappert werden und alles, was dort nicht mehr gebraucht wird, fürs Archiv katalogisiert werden.“

Eine Bitte hat Lochner an die Gilchinger: „Um das Leben so umfangreich wie möglich dokumentieren zu können, suchen wir dringend unter anderem Feldpostbriefe, Tagebücher, Nachlässe, alte Schriftstücke, Vereinschroniken, Filmaufnahmen, Fotos und Postkarten.“ Ursula Lochner ist unter (0 81 05) 370 77 77 zu erreichen.

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