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Hoch leben die neuen Prinzenpaare: PFC-Präsidentin Steffi Lörke, Johanna Wild, Matthias Manhart, Carolin Woitha, Franziska Curth und Bürgermeister Rainer Schnitzler.

Frost kann PFC Gaudi nicht vermiesen

Possenhofen - Bei eisigen Temperaturen warteten die Pöckinger Narren mit blauen Lippen und dampfendem Glühwein am Dampfersteg Possenhofen auf das DLRG-Boot, das - so will es die Tradition - mit den neuen Prinzenpaare immer am Dampfersteg anlegt, um sie den Faschingsfreunden vorzustellen.

Pünktlich um 14.14 Uhr ist es dann so weit. Die Pöckinger Blaskapelle spielt den Defiliermarsch ohne dass die Finger der Musikanten an den Instrumenten festfrieren, ein fröstelnder Bürgermeister mit nackerten Wadeln marschiert tapfer mit Prinzenpaaren und Hofstaat über den Steg, die erste Vorsitzende des PFC, Stefanie Lörke, ruft ihm eine launiges „Frisur sitzt!“ zu und dann schreitet er gemessenen Schritts zur Bühne.

„Egal wo und wie kalt es ist, wir haben immer unsere Gaudi“, trotzt Sabine Fischer, eines der 125 Mitglieder des Pöckinger Faschingsclubs PFC dem Winterwetter. Sie freut sich auf die kommende Faschingssaison, auch wenn sie gerade vor Kälte schlottert, wie jeder hier im Hof der Fischerei Gebhardt. 

Zuvor hatte der Faschingsprinz der letzten Saison der Presse grinsend erzählt, dass die letzte Saison „gaaanz schlimm“ gewesen sei. Stefan Salvermoser ist ein bisschen traurig, dass der Spass jetzt vorbei ist. Er war der Prinz der vergangenen Saison und wird als Retter in die Vereinsgeschichte eingehen, weil er letztes Jahr im allerletzten Moment in die Rolle des Prinzen gesprungen war. Ohne Tanzkurs. Trotzdem hat er mit Larissa Lutzenberger als Prinzgemahlin auf dem närrischen Parkett wild getanzt, die höchste Gaudi war es. Jetzt ist er schon ein wenig melancholisch, dass er sein Amt abgeben muss, aber er hat einen würdigen Nachfolger.

In Tracht und Pracht marschierten das kleine und das große neue Prinzenpaar auf. Der 21 Jahre alte Matthias I. mit der zwei Jahren jüngeren Carolin I., er aus Pöcking, sie aus Tutzing, er Koch, sie Pferdewirtin, beide seit Kindertagen Faschingsverein engagiert. Matthias war 2006 schon Kinderprinz, tanzte in der Jugendgarde und ein Jahr bei der Dancing Mania, auch Carolin hat Kindergarde und Jugendgarde hinter sich und darf nun im ersten Jahr in der Showtanzgruppe Prinzessin sein.

Das Kinderprinzenpaar stellen Can I, ein 10-jähriger Pöckinger Grundschüler und der Bruder des großen Prinzen, und die elfjährige Johanna II., eine Realschülerin aus Traubing. Küssen wollte Can I. nicht seine Johanna II., er ließ sich grade mal zu einem Handkuss hinreißen. Ein Gentleman halt.

Nun kann es losgehen mit dem Tanztraining. Sabine Türkmann studiert mit den elf Kindern die Auftritte der Kindergarde mit dem Kinderprinzenpaar ein, Sandra Gallner trainiert die dreizehn Aktiven der Jugendgarde „mini mania“, Franziska Curth die achtköpfige Showtanzgruppe „dancing mania“. Derweil plant Anita Gallner, die die Dekogruppe leitet die Dekoration der Turnhalle. Sie ist schon fest am Organisiseren und Material beschaffen. Ab 27. Dezember wird nämlich schon die Turnhalle in Pöcking dekoriert. Es ist der wenigen übrig gebliebenen Veranstaltungsorte für die närrischen Zeiten. Denn hohe Auflagen seitens der Behörden machen es den Veranstaltern im 21. Jahrhundert fast unmöglich. „Uns werden immer wieder Steine mit den neuen Auflagen in den Weg gelegt“, sagt Anita Gallner. „Wir versuchen die Tradition so lang es geht am Leben zu erhalten“.

mm

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