Ex-Roche-Gelände Tutzing: Modellbild des geplanten ersten Gebäudes.

Früheres Roche-Areal Tutzing

Schweizer Dreieck

Tutzing - Investor für das erste Bauwerk auf dem Tutzinger Ex-Roche-Gelände ist eine Schweizer Familie. Das Projekt ist in mehrfacher Hinsicht ausgefallen.

Man nennt sie auch Bügeleisengebäude: dreieckige Bauwerke wie das Flatiron Building in New York oder das Chilehaus in Hamburg. Nun soll auch Tutzing einen Dreiecksbau bekommen – auf dem ehemaligen Industriegelände des Roche-Konzerns.

Eine Schweizer Familie steht als Investor hinter dem „Simson“, das nach dem früheren Hotel an dieser Stelle benannt wird. Extravagant ist nicht nur die Form des Gebäudes, das von einem Rundbau gekrönt werden soll. Auch sonst ist der Entwurf ausgefallen.

Das Tanz Studio Tutzing, das heute in einem der Altgebäude ansässig ist, soll in einen überhohen Raum im Untergeschoss umziehen, der sich bis ins Erdgeschoss hineinzieht. Ebenfalls Räume bekommen soll in dem Gebäude die Eventgastronomie von Wolfgang Weigler, die zurzeit noch in der alten Rotunde aus den Zeiten von Roche-Vorgänger Boehringer-Mannheim untergebracht ist.

Bei den Planungen spielt offenkundig eine Rolle, dass sich das Areal künftig mit Leben füllen soll. Den Menschen, die dort promenieren, soll auch Unterhaltung geboten werden. Sie sollen zum Beispiel beim Tanzunterricht im überhöhten Untergeschoss zuschauen können. Auch Weigler soll quasi eine „gläserne Manufaktur“ erhalten. Zudem soll er den Rundbau oben auf dem Gebäude nutzen können, der aber auch für andere Zwecke zur Verfügung stehen soll.

„Wir bauen zu 100 Prozent, was im Bebauungsplan steht“, bekräftigt Stefan Klein, Geschäftsführer der Starnberger Projektentwicklungsgesellschaft Ehret + Klein. Die Vorgaben würden „auf den Zentimeter genau“ eingehalten. Im Gemeinderat hatte es vor der Genehmigung wie berichtet Kritik ausgelöst, dass die Geschossfläche des Dreiecksbaus größer ist als zunächst vorgesehen. Sie umfasst 2173 m² – eine Erhöhung um 661 m². Bei den anderen vier auf dem Ex-Roche-Areal geplanten Gebäuden soll die Geschossfläche deshalb um diese Größe kleiner ausfallen. Insgesamt sind für das Gelände im Bebauungsplan 21 900 m² Geschossfläche festgelegt.

Klein bestreitet argwöhnische Erwartungen, dass das in dem Gebäude geplante Aparthotel eventuell in Wohnungen umgewandelt werden soll, falls es sich nicht rentieren sollte. Nach Kleins Angaben ist ein Hotelmodell namens Lean Luxury vorgesehen, das zurzeit ein gefragter Teilmarkt in der Hotellerie sei – mit wenig Service und stattdessen Leistungen, die von außen bezogen werden, so Speisen und Getränke.

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