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Anlaufstelle für Menschen in Not: Gabriele Kaller, Barbara Schachtschneider und Christine Bronner (v.l.).

Wenn die Verzweiflung alles lähmt

Inning - Hilfe für Familien in größter Not bietet eine neue Anlaufstelle im Haus der Nachbarschaftshilfe in Inning. Sie nennt sich „FANKi Fünfseenland“ und ist an die Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München (AKM) angedockt.

FANKi ist die Abkürzung für FAmilienberatung, Nachsorge und Kiseninterventin. Diese Anlaufstelle für Menschen in höchster Not richtet sich zunächst an Betroffene und Angehörige in den Landkreisen Starnberg, Landsberg und Fürstenfeldbruck. Christine Bronner, Geschäftsführerin der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München, und FANKi-Leiterin Barbara Schachtschneider stellten das Pilotprojekt näher vor.

Schachtschneider berichtet von einem tragischen Fall, der sich erst in diesen Tagen ereignet hatte: Ein 27-jähriger Familienvater von zwei kleinen Kindern aus der Ammerseeregion wurde bei einem Verkehrsunfall so schwer verletzt, dass er vermutlich ein Leben lang ein Pflegefall sein wird. Die Schwiegermutter meldete sich in ihrer Verzweiflung bei der FANKi-Leiterin. Schachtschneider vermittelte sofort die dringend notwendige Hilfe für die traumatisierte Familie.

Christine Bronner weiß aus eigener Erfahrung und von ihrer langjährigen Arbeit für die Stiftung, wie sich Menschen in solchen Situationen fühlen: „Sie sind psychisch überfordert, das ist wie bei jemandem, wenn er aus dem Afghanistankrieg zurückkommen.“ Bei FANKi bekommen die Angehören alle Hilfe, die sie brauchen. Wenn noch nicht geschehen, wird zunächst eine Krisenintervention vermittelt, es folgen psychosoziale Beratungen sowie begleitende Unterstützung und Entlastung. Damit wolle man auch verhindern, dass die Angehörigen durch die oft lang andauernde Pflege selbst erkranken. Zudem klärt die Fachstelle, ob und in welcher Form die Angehörigen finanziell Unterstützung vom Staat erhalten können. Viele Menschen würden sich in einer derartigen Situation völlig alleine gelassen fühlen und wüssten gar nicht, wie es weitergeht, berichten die Initiatoren.

Das Angebot in Inning spricht Familien mit schwerstkranken pflegebedürftigen Kindern, Geschwisterkindern und jungen Erwachsenen an, aber auch schwerkranke Erwachsene mit Kindern: „Alle unter 50, die nicht wissen, wohin“, fassen es Bronner und Schachtschneider zusammen. Denn für diese Menschen habe es bislang noch kein Modell einer Beratungsstelle gegeben. Die Lücke füllt nun FANKi.

Warum das gerade in Inning geschieht, begründen die Frauen zum einen damit, dass sie beide in dem Ort wohnen, zum anderen freilich, dass der Ort direkt an der Schnittstelle zu den Landkreisen Starnberg, Landsberg und Fürstenfeldbruck liegt. Seit dem Start im April betreut Schachtschneider bereits 30 Familien aus dem Einzugsgebiet. In Zukunft dürfen es noch mehr werden, und das Netz der Fachstellen soll im Freistaat ausgebaut werden.

Dabei hoffen die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter auch auf noch mehr Unterstützung vom Staat: Bislang steuert er der Stiftung nur ein Drittel der benötigten Mittel bei, die übrigen zwei Drittel werden mit Spenden finanziert. Das Verhältnis soll sich in Zukunft möglichst umdrehen, hofft Bronner.

Schnelle Hilfe: Betroffene können sich bei Barbara Schachtschneider in Inning unter z (0 81 43) 9 09 40 40 melden. Der Kriseninterventionsnotruf ist rund um die Uhr unter z (0 15 77) 3 31 11 10 erreichbar.

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