Helmpflicht in der Dorfkirche

Die närrische Gaudi auf den Straßen ist traditionell auch im Landkreis Starnberg das Finale der Faschingssaison. Bei milden Temperaturen war viel Narrenvolk unterwegs.

In Herrsching,  Unterbrunn und Dießen zogen die Kostümierten durch die Straßen. In Pöcking fand das Ruckizucki auf dem Schulhof statt und in Starnberg ging auf dem Kirchplatz die Post ab.

Die Unterbrunner haben sich wieder alle Mühe gegeben, lokale und regionale Themen aufzuspießen. Die Burschenschaft nimmt den Sparkurs der Hauptgemeinde Gauting aufs Korn – aber auch die „zusammenbrechende“ Oberbrunner Dorfkirche. „Nur noch mit Helm“ zu betreten, demonstriert ein schwarz gekleideter Geistlicher – und liest gleich noch aus der Bibel: „Aber die Angst lehrt uns Ehrfrucht.“

Mit einem Tusch wirbt die Unterbrunner Blaskapelle fürs Starkbierfest mit Stoahebn am 19. März. Nur noch „englisches Gedudel“ statt Volksmusik sende Bayern 1, wird beklagt. „Vorsicht! Bissiger Biber“ – die Burschenschaft macht sich über das medial aufgebrezelte Würmtaler Biberdrama lustig: Ein waschecht verkleidetes großes Biber-Mannsbild, das am Birkenstock knabbert, wird von Baumgestalten mit Tannenzweig-Geweih gejagt.

„Ganz Gauting ist ein Schwimmbad“: Auch die Wasserrohrbrüche in der Gautinger Ammersee-Unterführung und an der Schlossparksiedlung bekommen ihr Fett ab: Vom Traktoren- Anhänger tropft‘s aus dem brüchigen Rohr des Würmtal-Zweckverbands auf die Straße. Dass der Gemeinderat den Druckosten-Zuschuss für die neue Unter-/Oberbrunner Chronik ersatzlos gestrichen hat, passt den Burschen gar nicht. Auch die teure Ausschreibung für die Sitzungs-Saal-Stühle im Nachbarort Gilching wird nicht ausgelasen. Eine Zuschauerin darf auf dem pupurrot gepolsterten „Sonderangebot“ für 5000 Euro Probe sitzen. Ein wahres Schnäppchen.

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