Mit der Faust zugeschlagen

Gilching - Ein Herrschinger Mazdafahrer muss sich wegen versuchter Körperverletzung, Sachbeschädigung und Fahrens ohne Fahrverbot vor Gericht verantworten.

Der Run auf die Staubsaugerparkplätze einer Gilchinger Tankstelle sorgte im Februar für einigen Tumult. Weil er im Streit völlig die Fassung verlor, musste sich ein Herrschinger Mazdafahrer jetzt wegen versuchter Körperverletzung, Sachbeschädigung und Fahrens trotz Fahrverbot vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Mit seinem hitzigen Verhalten vor Gericht untermauerte der Angeklagte einmal mehr die Sinnhaftigkeit einer spürbaren Ahndung.

„Wer schlägt, fährt nicht“, sagte Richterin Christine Conrad und verhängte ein dreimonatiges Fahrverbot für den gewaltbereiten Autorowdy. Mit der verhängten Geldstrafe von 120 Tagessätzen 25 Euro (3 000 Euro) überschritt das Gericht deutlich die Vorgabe des Strafbefehles. Eigentlich hätte er sich im Februar 2014 gar nicht hinters Steuer setzen dürfen, denn gegen ihn bestand seit August 2013 ein wirksames Fahrverbot.

„Ich gebe zu, dass ich mit dem Auto in die Waschanlage gefahren bin“, räumte der Angeklagte ein. Nach Durchlaufen der Waschstraße wurde dem Herrschinger die Warterei auf einen freien Staubsaugerplatz wohl zu langweilig und so drängelte er sich kurzentschlossen an dem vor ihm wartenden Auto vorbei. Der überholte BMW-Fahrer stellte den Herrschinger zur Rede und erntete Saures: „Er ging wutentbrannt und ohne Vorwarnung auf mich los.“ Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, seinen Kontrahenten mit der Faust in Kopfhöhe geschlagen zu haben, allerdings nur, weil er selber provoziert worden war. „Eine Beleidigung ist eine Aufforderung zum Schlagen“, so die Devise des Herrschingers. Aus Sicht von Richterin Conrad eine Form der Uneinsichtigkeit, die sprachlos mache.

Als der nicht ernsthaft getroffene BMW-Fahrer den Angeklagten in Notwehr schubste und dieser zu Boden ging, musste auch der BMW dran glauben. Der Herrschinger schlug die Autotür zu und trat mit dem Fuß gegen die Karosserie. Der Schaden am BMW beläuft sich auf 220 Euro. Vor Gericht demonstrierte der Fahrer immer wieder seine Renitenz. Nur knapp schrammte er an einem Ordnungsgeld für seine Verhandlungsunterbrechungen vorbei.

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