Sonnenblume vor weiß-blauem Himmel und einem startendem Flugzeug.
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Das Thema Klimaschutz ist Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim „sehr wichtig“.

Klimaschutz

149 Tonnen CO2: Feldafings Beitrag zur Klimakrise

  • vonSandra Sedlmaier
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Für die Gemeinde Feldafing wäre es vergleichsweise billig, klimaneutral zu werden. Das wäre bereits für knapp 1500 Euro im Jahr drin. Ganz so leicht will es sich Bürgermeister Bernhard Sontheim nicht machen. „Dieses Thema ist mir sehr wichtig“, sagte er im Gemeinderat.

Feldafing – Im Zuge des Förderprogramms Energiecoachings Plus untersuchte eine Firma unter anderem, wie stark die Klimabelastung durch die Rathausverwaltung ist. Das Ergebnis: 149 Tonnen CO2 im Jahr. Sebastian Obermeier vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu hatte unter anderem den Verbrauch von Wärme, Strom, Wasser und Abwasser betrachtet.

Den Löwenanteil stellt demnach die Wärme mit 63 Prozent der Emissionen und 93 Tonnen CO2 im Jahr. Den zweitgrößten Anteil hat die Mobilität. „17 Prozent der Mitarbeiter kommen per Bahn und 83 Prozent mit dem Auto“, berichtete Obermeier. Die Autofahrer seien aber für 95 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Bei den Autofahrern ließe sich vermutlich etwas machen. „Und man kann insgesamt effizienter gestalten“, sagte der Experte. „Aber komplett auf Null zu kommen, geht nicht.“ Deshalb stelle sich die Frage: „Geht man in Kompensation?“

Er hielt das für sinnvoll, denn: „Für das globale Klima spielt es keine Rolle, ob vor Ort oder in Afrika eingespart wird.“ Zudem stelle sich das Problem, dass Projekte in Deutschland automatisch der Bundesregierung als CO2-Kompensation zugerechnet würden. „Also wenn ich hier in Feldafing ein Moor renaturiere, schreibt sich das die Bundesregierung gut?“, wunderte sich Sontheim. Ja, sagte Obermeier, der Klimaschutz-Projekte in Schwellenländern empfahl, für die zehn Euro pro Tonne CO2-Einsparung angerechnet werden könnten. „Wir könnten uns für 1490 Euro pro Jahr freikaufen?“, hakte Sontheim nach. „Eigentlich müsste der Preis bei 250 Euro pro Tonne liegen, dann hätte er eine Lenkungsfunktion“, sagte Obermeier.

Ein formeller Beschluss fiel nicht. Sontheim will prüfen, wie die Verwaltung klimaneutraler arbeiten könnte. Und eventuell Kompensationen leisten.

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