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Albers-Villa: Applaus für Petentinnen, Ramadama-Angebot abgelehnt

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Von: Tobias Gmach, Sandra Sedlmaier

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Großes Interesse an der Albers-Villa: Stefanie Knittl und Lucie Vorlickova (v.l.) informierten in zwei Durchgängen Bürger über ihre Petition und Ideen zur Öffnung der Villa und über Details des Gebäudes.
Großes Interesse an der Albers-Villa: Stefanie Knittl und Lucie Vorlickova (v.l.) informierten in zwei Durchgängen Bürger über ihre Petition und Ideen zur Öffnung der Villa und über Details des Gebäudes. © Dagmar Rutt

Das Interesse der Bürger an der Zukunft der Hans-Albers-Villa in Garatshausen ist offenbar groß: 40 von ihnen kamen zu einem Info-Treffen vor dem Anwesen. Eingeladen hatten zwei Tutzingerinnen, die verhindern wollen, dass die TU München einzieht.

Garatshausen – Lucie Vorlickova und Stefanie Knittl lassen sich nicht beirren. Noch ist über die Petition der beiden an den Landtag für die Öffnung der Hans-Albers-Villa in Garatshausen für die Öffentlichkeit und gegen eine Nutzung der Villa durch die Technische Universität München (TUM) nicht entschieden. Nun haben die beiden Tutzingerinnen eine Absage auf ihr Angebot erhalten, den Villenpark verkehrssicher und sauber zu machen. Die Absage durch die Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) in Vertretung des Freistaats entmutigt sie nicht. Von Bürgerseite erfahren sie Unterstützung: Bei einer Sprechstunde nahe der Villa am Sonntagnachmittag in Garatshausen informierten sich insgesamt knapp 40 Frauen und Männer über die Sachlage und ihre Einschätzung durch die Petentinnen.

Geplant ist, dass die TUM auf Aufforderung des Freistaats mit Elitestudenten in die Villa am See einzieht und die sogenannte Pferdewiese jenseits des Fußwegs als Hans-Albers-und-Hansi-Burg-Park für die Öffentlichkeit gestaltet wird. „Damit alle ruhig sind, soll auch das Seegrundstück einmal im Jahr geöffnet werden“, sagte Vorlickova, ohne auf Polemik zu verzichten. Sie hält den Staatsbedarf der TUM für konstruiert, die Villa biete maximal neun Studenten Platz. „Örtlich, räumlich und inhaltlich überzeugt das nicht.“ Zumal die TUM „20 weitere Tagungsstätten“ habe. 2009, als die Landesanstalt für Fischerei aus der Villa auszog, habe auch auf Nachfrage keine Behörde einen Bedarf angemeldet. Im Gespräch mit den Bürgern betonte Vorlickova ein rechtliches Argument, dass der Freistaat in der notariellen Kaufurkunde seinen Willen erklärt hat, dass Anwesen für öffentliche Erholungszwecke zu erwerben – und deshalb keine Grunderwerbssteuer gezahlt habe. .

Tutzingerinnen für Tagescafé, Konzerte und Ausstellungen

Die Petentinnen stellen sich in der Villa ein Tagescafé vor, das Garten und Terrasse nutzt, Musikveranstaltungen im Obergeschoss und Ausstellungsräume in Schuppen und Garage sowie ein Tretbootverleih am Bootshaus. Eine Hausmeisterwohnung sei mit der Chauffeurswohnung vorhanden, und interessierte Vereine wie KulturArt am See oder Respect & Remember aus München könnten sich ebenfalls einbringen, sagte Vorlickova. Dafür gab es Applaus von den Bürgern.

Dass die Gemeinde Feldafing hinter der TUM-Nutzung stehe, sei nicht korrekt, unterstrichen Knittl und Vorlickova. „Es gibt keinen Gemeinderatsbeschluss, das ist ein Alleingang verschiedener Akteure, an der Spitze der Bürgermeister.“ Da passt für die beiden auch rein, dass Bürgermeister Bernhard Sontheim sie auf die Verkehrssicherung aufmerksam gemacht habe – der man laut IMBY schon letztes Jahr nachgekommen ist. Deshalb hat die IMBY das Ramadama-Angebot abgelehnt. Und auch, weil der Landtag noch nicht über die Petition beraten hat. „Die angeblich ungenügende Verkehrssicherung des Parks entpuppt sich als eine weitere der inzwischen vielen bloßen Schutzbehauptungen, die alle nur ein Ziel haben: das Anwesen entgegen der notariellen Erklärung des Freistaats und jenseits des berechtigten Bürgerinteresses nicht für öffentliche Erholungszwecke zu öffnen“, so Knittl und Vorlickova zur IMBY-Ablehnung. „Auch zeigt unser geplanter Einsatz deutlich: Es wäre ein Leichtes gewesen, die Parkanlage bereits 2009 nach Auszug der Fischereianstalt zu öffnen.“

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