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Die Albers-Villa in Garatshausen will der Freistaat verpachten. Kommt ein Investor, müssen die Bauplanungen von vorne starten – die Gemeinde hat die Bauleitplanung aufgehoben.

Immobilie direkt am Starnberger See

Albers-Villa: Alles wieder auf Anfang

Jahrelang wollte der Freistaat die Villa von Hans Albers verkaufen, dann doch wieder nicht mehr. Nun könnte alles von vorne beginnen.

Feldafing – Die Feldafinger Verwaltung räumt auf und mistet alte Bebauungspläne aus, die nicht mehr gebraucht werden. „Der Bebaungsplanspeicher läuft über“, so Bürgermeister Bernhard Sontheim, der nun in jeder Sitzung einige Aufstellungsbeschlüsse von Bebauungsplänen aufheben will. Jetzt war die Albers-Villa dran, die im Eigentum des Freistaates ist. Sollte sich doch ein Investor melden, muss neu geplant werden.

Seit 2004 ist im Gespräch, dass der Freistaat das riesige Anwesen verkaufen will. Es ist eines der schönsten Grundstücke am Starnberger See, das die Witwe von Hans Albers, Hansi Blydt-Burg, 1971 an den Freistaat verkauft hatte, wobei sie Wohnrecht behielt. 1975 starb sie, das Haus stand zeitweise leer, mehrmals wurde eingebrochen und persönliche Korrespondenz, Bilder, Urkunden des 1960 verstorbenen Filmstars und Frauenlieblings Hans Albers gestohlen.

Im Kaufvertrag hatte Hansi Blydt-Burg seinerzeit verfügt, dass das Grundstück der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss. Der Wert des 27 000 Quadratmeter großen Areals ist inzwischen in astronomische Höhen gestiegen. Der Freistaat will es nurmehr in Erbpacht an einen Investor vergeben. 1978 wurde das Anwesen an das Landwirtschaftsministerium verpachtet. Bis 2009 wurden Fischer ausgebildet. Seitdem kursierten verschiedene Ideen einer neuen Nutzung.

Die Idee vom Swinger-Club

Für heftigste Diskussionen im Gemeinderat, vor allem wegen der Parkplatzfrage, sorgte vor Jahren der Vorschlag des Bürgermeisters, einen Swingerclub in der Villa zu etablieren. Das war aber nur ein gelungener Aprilscherz. Ernsthafte Vorschläge, wie ein Hans-Albers-Museum oder die Errichtung eines Hotels mit Gaststätte blieben bislang auf der Strecke.

Nach wie vor fände der Bürgermeister am Seeufer eine Gaststätte oder Hotel sinnvoll. Ein Bebauungsplan wurde auf den Weg gebracht, der eine entsprechende Nutzung ermöglicht hätte. Die Gemeinde öffnete also alle Türen, dass der Freistaat seiner Verpflichtung, das Areal der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hätte nachkommen können. Noch im Herbst vergangenen Jahres hatte sie zum wiederholten Mal Handlungsbedarf angemahnt, diesmal aber eine Frist bis April 2018 gesetzt. „Passiert ist wieder nichts“, so Bernhard Sontheim in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Jetzt will auch der Städteplaner die Akten schließen und dem Freistaat seine Rechnung für erbrachte Planungsleistungen präsentieren. Aus diesem Grund zog die Verwaltung einen Schlussstrich unter die Villa Albers. Der Gemeinderat hob den Bebauungsplan einstimmig wieder auf. Damit gilt ab sofort der Bestandsschutz. (ak)

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