Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin

Steffen Henssler hat genug - und schmeißt bei „Schlag den Henssler“ hin
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Überquellender Müll, wohin man schaut: in der Unterführung und auf dem Bahnsteig in Feldafing.

Müll

Alle klagen über den Saustall an den Bahnhöfen

Bernhard Sontheim ist der Kragen geplatzt. Wegen zunehmender Klagen über den „Saustall“ Bahnhof hat sich Feldafings Bürgermeister an die Verkehrsmanagerin im Landratsamt gewandt. In Sontheims Klage stimmen die Chefs anderer Kommunen mit Bahnanschluss ein.

Landkreis– Überquellende Abfallbehälter, vermüllte und verschmutze Bahnsteige und Zugänge zu den Gleisen – das ist leider Alltag in den Bahnhöfen. Fotodokumente solcher Zustände haben verärgerte Bahnnutzer ins Feldafinger Rathaus geschickt – auch weil mancher meint, die Gemeinde sei verantwortlich. Bürgermeister Bernhard Sontheim und seine Mitarbeiter versuchen derzeit, mit der Bahn Kontakt aufzunehmen, die für die Reinhaltung von Gleisanlagen und Bahnsteigen zuständig ist. Die Kontaktaufnahme gestalte sich schwierig, weil die Zuständigkeiten kaum zu durchschauen seien, sagt Sontheim – und bittet deshalb die Verkehrsmanagerin des Landratsamtes, Susanne Münster, um Amtshilfe.

Seinem Hilfeersuchen hat der Bürgermeister Fotos von den Abfallproblemen und eine beispielhafte E-Mail-Nachricht beigefügt. In der klagt ein Feldafinger S-Bahn-Nutzer: „Seit mehreren Wochen gehe ich auf meinem Weg zur S-Bahn regelmäßig an diesen Müllhaufen vorbei. Für die Bahnkunden und alle anderen Passanten ist das ein unzumutbarer Zustand. Die kaputten Glasflaschen bedeuten zudem eine erhebliche Verletzungsgefahr für die vielen Kinder (...) Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch die Fahrrad-Stellplätze ansprechen. Sie sind jeden Morgen hoffnungslos überfüllt, durch die Enge werden die Fahrräder erheblich beschädigt (...) Über die Zuständigkeit auf dem Bahngelände bin ich mir nicht im Klaren, es wäre jedoch dringend nötig, diesen Missstand zu beheben.“

„Saustall“ Bahnhof ist nicht nur ein Feldafinger Problem, sondern auch in anderen Kommunen bekannt. Zum Beispiel in Gauting: Müll auf den Bahnsteigen, Schmierereien in und am Bahnhofgebäude, defekte Toiletten. „Das ist ein Dauerthema im Rathaus“, bestätigt Pressesprecherin Charlotte Rieboldt – und es sei eine Aufgabe für die Gemeinde. Ihr gehört das Bahnhofgebäude, auch die Toiletten werden von der Gemeinde in Schuss gehalten. Bahnsteig und Gleise sind aber Sache der Bahn. „Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit der Bahn nicht schlecht“, sagt Rieboldt. Allerdings gebe es auch schon mal Kommunikationsprobleme, weiß ihre Kollegin Ricarda Polz: „Dass es zu Verzögerungen mit dem Einbau des Aufzugs am Bahnhof Stockdorf kommt, mussten wir aus der Presse erfahren.“

In Herrsching ist die Gemeinde für die Sauberkeit im Bahnhofgebäude und in der Unterführung zuständig. „Wenn im Sommer viel los ist, sieht es im Bahnhof schon manchmal wild aus“, sagt Bauamtsleiter Guido Finster. Ein größeres Problem seien die Toiletten, heißt es. „Die werden jeden Tag gereinigt – und jeden Tag könnte man noch eine Sonderreinigung anordnen“, sagt eine Mitarbeiterin im Bauamt. Dazu gehen fast täglich Beschwerden ein. An der Reinigungsfirma liege es nicht: „Dass wir dreimal am Tag putzen müssen, kann ja nicht sein.“

Für die Ordnung auf den Bahnsteigen ist auch in Herrsching die Bahn zuständig. Um die Missstände besser und schneller zu beheben, will das Unternehmen voraussichtlich ab Ende März Kunden die Möglichkeit geben, Verschmutzungen per Whatsapp an die Bahn zu melden, teilt Bahnsprecher Bernd Honerkamp mit. So sollen Unannehmlichkeiten so schnell wie möglich beseitigt werden.

Die Verkehrsmanagerin im Landratsamt ist derweil die falsche Ansprechperson für die Sorgen des Feldafinger Bürgermeisters. „Bahnangelegenheiten fallen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich“, erklärt Stefan Diebl, Pressesprecher der Kreisbehörde, aber: „Beim nächsten Kontakt mit einem Bahnverantwortlichen werden wir die Mail und die Fotos aus Feldafing schon mitnehmen.“  mak/mül

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