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Wolfgang Boerckel gehörte zu den Betroffenen, die die Rechnung hätten bezahlen müssen und wandte sich im März an die Öffentlichkeit.

Alte Traubinger Straße

Happy End für die Anwohner

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Dass Recht und Gerechtigkeit nicht unbedingt dasselbe sein müssen, haben die Anwohner der Alten Traubinger Straße in den vergangenen Monaten erlebt. Doch nun zeichnet sich eine überraschend unbürokratische Lösung ab.

Garatshausen – Die Medaille hat wie immer zwei Seiten, berichtet Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim. Da war das Problem, dass die Gemeinde neue Wasserleitungen und einen Regenwasserkanal errichten musste, um das nördlich der Alten Traubinger Straße gelegene Neubaugebiet zu erschließen. Zwar gab es einen privaten Regenwasserkanal, aber der lief über mehrere private Grundstücke. Und als die Mitarbeiter der Gemeinde Feldafing vorstellig wurden, um zu fragen, ob die privaten Grundstückseigentümer eine Grunddienstbarkeit für die Leitung ins Grundbuch eintragen lassen würden, „stieß das nicht gerade auf Gegenliebe“, so Sontheim.

Also plante die Gemeinde, im öffentlichen Raum – sprich unter der Alten Traubinger Straße – neue Leitungen verlegen zu lassen. Und weil man dann sowieso alles hätte aufschachten müssen, wurde beschlossen, dass auch die Straße in diesem Zug erneuert werden soll (wir berichteten). Doch bei der Alten Traubinger Straße handelt es sich um eine Anliegerstraße und bei der geplanten Baumaßnahme rein rechtlich um eine Ersterschließung. Was bedeutet, dass die Anwohner 90 Prozent der Baukosten hätten tragen müssen.

Und damit noch nicht genug: Von der Alten Traubinger Straße geht eine Privatstraße ab. Die Glücklichen, die an dieser Privatstraße wohnen, hätten aufgrund eines rechtlichen Schlupflochs nichts für den Ausbau zahlen müssen, berichtet Bürgermeister Sontheim. „Das ist zwar Schwachsinn, aber irgendwann hat ein Gericht festgelegt, dass keine Ausbaubeiträge gezahlt werden müssen, wenn die betreffende Privatstraße einen 90 Grad-Knick aufweist“, so Sontheim weiter.

Das wiederum hätte bedeutet, dass ausschließlich die Hausbesitzer direkt an der Alten Traubinger Straße die gesamten Kosten hätten tragen müssen. Was diese ziemlich aufregte.

„Jetzt haben wir wahrscheinlich eine Lösung gefunden“, sagte Sontheim am Dienstagabend im Gemeinderat. Denn die Betroffenen wären noch einmal bei den Grundstücksbesitzern vorstellig geworden, in deren Gärten der Privatkanal verläuft. Diese hätten sich überzeugen lassen, nun doch die nötige Grunddienstbarkeit eintragen zu lassen.

„Damit würde sich das Problem komplett lösen lassen“, sagte Sontheim später im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Wenn wirklich sämtliche Grunddienstbarkeiten notariell beglaubigt vorliegen würden, „gäbe es keinen Grund für den Kanalbau. Und die Straße selbst ist in keinem schlechten Zustand – die müsste dann auch nicht neu gemacht werden.“ Er freut sich über die neue Entwicklung: „Wenn das klappt, dann müssen wir nicht eine gute Straße aufreißen und die Leute finanziell belasten.“

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