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Mit einer Toilettenbürste randalierte ein Mann aus Tutzing nach einem Wiesn-Besuch.

„So eine Wesensveränderung noch nicht erlebt“

Ausraster nach Wiesn-Besuch: Ex-Polizist rastet aus und schlägt zu - mit Klobürste

Ein ehemaliger Polizist randalierte nach einem Besuch auf der Wiesn: Vor Gericht kann der 58-Jährige selbst kaum glauben, was er in jener Nacht angestellt hat.

Feldafing – Sein Oktoberfestbesuch hat weitreichende Folgen. Mit der Toilettenbürste in der Hand soll ein ehemaliger Polizist (58) aus Tutzing im September 2017 um sich geschlagen haben. Damit nicht genug. Der in jener Nacht betrunkene Mann musste sich jetzt wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung sowie wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Seinen Ausraster kann er sich bis heute nicht erklären: „Ich habe die Akte gelesen und den Kopf geschüttelt. Ich habe so eine Wesensveränderung noch nicht erlebt.“

Nach dem feuchtfröhlichen Festzeltbesuch wurde er im Taxi wach: „Ich hatte das Gefühl, dass ich gegen meinen Willen festgehalten werde“, sagte er. In Begleitung seiner Bekannten verlor der Angeklagte bei der anschließenden Einkehr in einem Feldafinger Gasthof komplett die Beherrschung. Der sportliche Mann, der aktuell eine Ausbildung zum Fitnesstrainer absolviert, zerstörte Mobiliar und Geschirr. Als ein Lokalgast deeskalierend einschritt, schlug der Tutzinger ihm mit einer WC-Bürste gegen die Handkante.

Mann schlägt mit Klobürste um sich: Polizei musste sogar zweite Streife rufen

Die Polizisten fanden den Randalierer zwischen umgeworfenen Tischen und zerbrochenem Geschirr, Gäste hielten ihn am Boden fest. Beim Versuch, ihm Handschellen anzulegen, musste sich ein 28-jähriger Beamter einen Tritt gegen das Schienbein und Beleidigungen in Fäkalsprache gefallen lassen. Zur Unterstützung wurde eine zweite Streife gerufen.

Die gut zwei Stunden nach der Tat gemessenen 2,3 Promille erklärten seinen Zustand nicht, meinte der Angeklagte. Gerne hätte er sein Blut auf andere Substanzen untersuchen lassen. Dazu kam es jedoch nicht.

Richterin Christine Conrad hielt dem bisher unbescholtenen Angeklagten sein Verhalten nach der Tat zugute. Im Rahmen eines Täter-Opferausgleiches erstattete er dem Feldfinger Wirt den 3764-Euro-Schaden im Vorfeld des Prozesses. Zudem unterzog er sich wegen des Vorfalles einer Psychotherapie und nimmt an einem Abstinenzprogramm teil.

Ehemaliger Polizist randaliert: Richterin betont  „erheblichen Ekelfaktor“

Anders als die Staatsanwältin, die acht Monate auf Bewährung beantragte, ließ die Richterin es bei einer Geldstrafe bewenden: 130 Tagessätze à 65, also insgesamt 8450 Euro. Den als gefährliche Körperverletzung angeklagten Schlag mit der WC-Bürste reduzierte sie zur einfachen Körperverletzung, betonte aber den „erheblichen Ekelfaktor“.

Nilda Höhlein

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