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Filialleiterin Kira Lang von der Sparkasse in Feldafing (r.) wechselt für ihre Kundin gern den 500-Euro-Schein.

Banken & Bargeld

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Landkreis - Früher bestand das Kerngeschäft einer Bank aus Bargeldverkehr. Heute hat kaum noch jemand mehr als 50 Euro im Geldbeutel. Darauf haben sich auch die Banken eingestellt. Als Nichtkunde Geld zu wechseln, ist daher nicht möglich oder kostet Gebühren.

Es geschieht nicht häufig, einen 500-Euro-Schein in der Tasche zu haben, und doch kann es vorkommen. Allerdings wird man außer in der ein oder anderen Aldi-Filiale kein Glück damit haben. Selbst die Banken wechseln Geld nur noch, wenn man bei ihr Kunde ist. Oder man bezahlt eine satte Gebühr.Für Marion Neupert,Sprecherin der der Kreissparkasse, macht das durchaus Sinn: „Da mittlerweile die meisten Geschäftsvorgänge bargeldlos abgewickelt werden, wird kaum noch Bargeld in den Filialen und Geschäftsstellen vorgehalten. Das Bargeldgeschäft wird ausschließlich über die Geldautomaten vor Ort abgewickelt.“ Und die Bargeldbeschaffung sowie die sichere Verwahrung in unterschiedlicher Stückelung verursache hohe Kosten und beinhalte zudem ein höheres Risiko. „Für unsere Kunden bieten wir den Bargeld-Wechselservice aber nach wie vor an – kostenlos“, versichert die Pressesprecherin.

Bei all den Vorteilen von Online-Banking, wird der Umgang mit Bargeld zum Problem. Denn auch Bargeldeinzahlungen auf Konten bei anderen Sparkassen oder Banken ist nicht möglich. Das gilt auch für die Sparkassen untereinander, jede ist selbstständig. Wer bei der Stadtsparkasse ein Konto hat, wird sein Geld bei der Kreissparkasse nicht los und umgekehrt. Daran muss sich manche Oma, die ihrem Enkel, der gerade zu Besuch war, 500 Euro in die Tasche steckt, erst gewöhnen. Denn bevor der sich darüber freuen kann, ist es erstmal kompliziert.

Das größte deutsche Geldinstitut, die Deutsche Bank, wechselt Geld nur für ihre Kunden. Von der Geschäftspolitik der Frankfurter Zentrale weicht auch die Filiale in Starnberg nicht ab, bestätigte ein Servicemitarbeiter. Er zeigte aber Verständnis für Gäste der Stadt, Touristen oder Naherholer, die Geld wechseln möchten: „Die können sich ja an eine Wechselstube wenden oder an eine Filiale der Bundesbank, die wechseln jeden Betrag und jeden Geldschein“, sagte der junge Mann. Nur, wo findet man eine Wechelstube oder eine Bundesbankfiliale in Starnberg oder im Landkreis? Die Antwort auf diese Frage blieb er schuldig und verwies an die Pressestelle der Deutschen Bank in Frankfurt.

Eine Begründung hatte eine Mitarbeiterin der Commerzbank-Filiale in Starnberg auch nicht parat, warum ihr Institut Nichtkunden bei der Bitte um Geldwechsel im Regen stehen lässt. „Wie haben nicht nur Wechselautomaten, sondern in manchen Filialen auch noch Schalter mit persönlicher Bedienung und Bargeldausgabe. Aber nur, wenn Sie eine EC-Karte von uns besitzen, werden Sie bedient“, erläuterte die Commerzbank-Angestellte. Vor Jahren hätten auch Fremdkunden Geld wechseln können, gegen eine Gebühr von 5 Euro: „Das gibt es heute aber nicht mehr. Fragen Sie mich nicht warum.“

Das „Warum“ zu beantworten versucht der Sprecher der VR Bank, Dominic Pölt. „Dass wir keine 500-Euro-Noten von Fremdkunden annehmen, hat nichts mit dem Geldwäschegesetz zu tun. Wir folgen vielmehr einer entsprechenden Empfehlung unseres Verbandes. Das ist vor allem eine geschäftspolitische Entscheidung.“

Wenn es nach der Volksbank geht, dann werden wir alle in Zukunft ohnehin deutlich weniger Bargeld mit uns herumtragen und weniger bar bezahlen: „Wir möchten das bargeldlose Bezahlen als Bank vorantreiben“, so Pölt. Deswegen würden demnächst alle Kunden der Bank, die ohnehin eine neue EC- oder Kreditkarte bekommen, eine Karte mit einem sogenannten NFC-Chip ausgeliefert bekommen. Die haben den Vorteil, dass man sich nicht mehr aufwändig in das Kartenlesegerät stecken, sondern nur noch kurz auflegen muss. Dann noch die PIN-Nummer eingeben und fertig.

Die Nachfrage der Geschäftskunden nach entsprechenden Lesegeräten sei groß, so der Sprecher weiter. Zustände wie in Skandinavien, wo schon heute nahezu alles mit Karte bezahlt wird – auch kleinste Beträge – seien aber vorerst nicht zu befürchten: „Wir bleiben definitiv in der Bargeldversorgung tätig, das ist uns ein Anliegen.“

Nur sollte man, wie die Umfrage des Starnberger Merkur zeigt, peinlich darauf achten, dass man sich nur mit kleinen Scheinen versorgen lässt. Sonst könnte es sehr schnell sehr schwierig werden mit dem Bezahlen.

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