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Mit diesem Auto sollen Schlaganfall-Patienten wieder ans Fahren herangeführt werden. Mario Goetza von Veigel Automotive zeigt vor der Übergabe ans Feldafinger Benedictus-Kranke nhaus die Funktionen.

Benedictus-Krankenhaus

Mit dem Auto zurück ins Leben

Schlaganfall-Patienten sollen durch ihre Reha wieder mobil werden – dazu gehört für viele auch das Autofahren. Mit einem Modell sollen sie am Benedictus-Krankenhaus wieder herangeführt werden.

Feldafing – Ein richtiges Nummernschild braucht der schwarze Wagen nicht, der da direkt vor dem Eingang des Benedictus-Krankenhauses Feldafing (BKF) parkt. Fahren soll der BMW nämlich nicht – deshalb reicht das Fantasiekennzeichen „BKF X 1“, das auf das Krankenhaus verweist. Es ist ein sogenanntes „Reha Coaching Car“, mit dem Schlaganfall-Patienten nach körperlichen Einschränkungen den Umgang mit dem Mobilitätsfaktor Auto neu erlernen und üben können: „Nach einer Knie- Operation kann der Patient seine Beinkraft direkt am Pedal austesten“, erklärt Orthopädie-Chef Dr. Steffen Mayer-Schlagintweit.

Reha-Auto auch für Tutzinger Schwester-Kinik

Es ist nur eine von vielen Möglichkeiten, Patienten zumindest wieder an simulierte Auto-Praxis heranzuführen. Der BMW X 1 ist ein Spezial-Geländewagen. Dem Diesel-Fahrzeug wurden aber die Motor-Funktionen abgeklemmt, sodass es für Reha-Patienten nicht ums eigentliche Fahren, sondern um das Trainieren von Ein- und Ausstieg, um Brems-, Lenk- und Reaktionsübungen und die Bedienung der Armaturen geht. Dabei helfen Ergotherapeuten. Auch Angehörige sind dabei – sie können das Ein- und Ausladen von Rollstühlen lernen.

Das Üben am „Reha Coaching Car“ unter der Überschrift „Alltagstraining“ ist ab sofort in das Gesamtkonzept des Feldafinger Krankenhauses und seiner Tutzinger Schwester-Kinik eingebunden.

Krankenhaus bekommt das Auto dank Kooperation kostenlos

„Insbesondere nach Schlaganfällen ist die Wiederherstellung der Mobilität ein zentrales Anliegen der Rehabilitation“, sagte der Chefarzt des Neuro-Zentrums der Benedictus-Krankenhäuser, Prof. Dr. Dirk Sander. Es gehe darum, die wieder erreichten Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Bei vielen Reha-Patienten sei eine der ersten Fragen: „Wann kann ich wieder Auto fahren?“ Die Feldafinger Chefärzte behandeln jährlich 1000 Reha-Patienten. Auch Knie- oder Hüftprothesen sind ein Thema, wie Orthopädie-Chef Mayer-Schlagintweit sagt. Letztere „erlauben keine Drehung über 90 Grad“, weshalb der buchstäbliche „Wiedereinstieg“ ins Autofahren trainiert sein will.

Das Krankenhaus darf das Auto kostenlos nutzen. 2014 habe man sich als innovative, dynamische Klinik dafür beworben, sagte ein Krankenhaus-Sprecher. BMW erhofft sich dadurch wertvolle Erfahrungen aus der Praxis.

Von Thomas Lochte

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