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Ein Bild aus Zeiten ohne Coronavirus: die Fährmänner Hermann Zillner (l.) und sein Großcousin Stefan Seerieder auf einer ihrer Zillen. 

Besuchermagnet in Feldafing öffnet am Samstag

Roseninsel-Kapitäne vor dem Saisonstart

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Die Rosen auf der Roseninsel blühen bald, und endlich dürfen wieder Besucher auf die Insel vor Feldafing. Die Fährmänner stehen in den Startlöchern. Der Startschuss für die Saison fällt am Samstag.  

Feldafing – Aus einem Wunsch wurde eine Verkündung, aus einem roten Balken auf der Homepage www.roseninsel.bayern ein grüner. Seit wenigen Tagen ist dort zu lesen: „Es geht los. Ab 30.05.2020 startet der Fährbetrieb wieder. Überfahrt nur mit Mund-Nasen-Bedeckung möglich.“ Die romantischen Fahrten mit der Zille zur Roseninsel im Starnberger See sind also demnächst möglich.

Für die Fährmänner Hermann Zillner und Stefan Seerieder beginnt die Saison einen Monat später als geplant. Dass sie am letzten Maiwochenende los- und ablegen dürfen, habe ihnen die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung mitgeteilt, sagt Zillner auf Nachfrage des Starnberger Merkur.

Bei allen negativen Folgen des Coronavirus’ für das Geschäft (Zillner: „Wir spüren das wie alle anderen.“): Das Timing könnte schlechter sein. „Viele Rosen auf der Insel blühen schon Anfang Juni“, sagt Zillner. Neulich, bei einem Besuch auf der Insel, habe er schon einige bunte Blüten gesehen. Die Bedingungen auf den Booten werden andere sein – neben der Mundschutzpflicht werden auch Abstandsregeln gelten. „Die Gäste müssen etwas Geduld mitbringen, da es bei den Überfahrten länger dauern kann, da wir ja viel weniger Personen auf die Fähre mitnehmen dürfen“, sagt Zillner.

Auf 30 Überfahrten kommen die Fährmänner an guten Tagen. Rund 40 000 Touristen besuchen die Roseninsel pro Jahr. Wie viele es in Corona-Zeiten sein werden, muss sich erst zeigen.

Die Zillen-Kapitäne werden wohl parallel mit denen der Dampfer auf dem Starnberger See ihre Arbeit wiederaufnehmen. Lange schwebten Zillner und sein Großcousin Seerieder, die seit 2016 Touristen zur Roseninsel kutschieren, in Ungewissheit. „Es ist blöd, wenn man niemandem eine klare Ansage machen kann“, sagt Zillner. Das galt zuletzt vor allem für Hochzeitspaare, die sich auf der malerischen Insel trauen lassen wollen. Einige haben abgesagt, andere feiern nun nur im kleinen, familiären Kreis, berichtet der Fährmann – wobei Trauungen auf der Roseninsel grundsätzlich möglich sind (wir berichteten).

Über den Winter haben die Kapitäne die Bänke auf den Booten und den Steg hergerichtet. Der Pöckinger Zillner hatte in Vorahnung des verspäteten Saisonstarts seinen Job bei einer Versicherung um einen Monat verlängert. Nun ist er wieder hauptberuflicher Fährmann.

Die Betriebszeiten sind täglich von 10 bis 18 Uhr. Einen festen Fahrplan gibt es aber nicht. Der Hinweis auf der Homepage lautet: „Wir fahren zirka drei- bis viermal pro Stunde. Sollten wir gerade auf der Insel sein, so läuten Sie bitte an der Glocke an unserer Anlegestelle. Wir holen Sie dann in den nächsten Minuten ab.“

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