Bürgerversammlung Feldafing

Sorge wegen Mobilfunk-Mast am Gleis

In Feldafing läuft es gut, die Finanzen verbessern sich stetig. Nur der geplante Funkmast in Garatshausen bereitet den Bürgern Sorge.

Feldafing – Es war eine ruhige Bürgerversammlung, an der etwa 120 Feldafinger, Garatshausener und diesmal auch etliche Tutzinger Bürger teilnahmen. Selbst Marlene Greinwald, die Tutzinger Bürgermeisterin, war anwesend. Der Grund: Ein 34 Meter hoher Mobilfunkmast, den die Telekom auf Feldafinger Flur in Garatshausen aufstellen will. Er ist der derzeitige Aufreger der Gemeinde – und auch der einzige.

Dabei hat Feldafing einige Baustellen, an denen gerade gearbeitet wird. Doch Bürgermeister Bernhard Sontheim hatte die Bürgerversammlung bestens vorbereitet, sodass kaum Fragen blieben. Zufriedene Gesichter auch nach der Vorstellung des Haushaltsplanes, bei der klar wurde, dass Feldafing so viel Geld auf dem Konto hat wie noch nie.

Kein Diskussionsbedarf zum ISEK-Verfahren

Das soll so bleiben, die Gemeinde spart, um möglichst selbst das Konversionsgelände kaufen zu können, wenn die Bundeswehr abgezogen ist. Nach wie vor ist dafür das Jahr 2020 angestrebt.

Die schlechte Botschaft: Die Kreisumlage wird wohl höher werden, schließlich stehen der Bau der FOS in Starnberg, das Gymnasium in Herrsching, der Anbau am Landratsamt und das Seefelder Krankenhaus an. Es wird weiter gespart.

Keinerlei Diskussionsbedarf gab es zum laufenden ISEK-Verfahren hinsichtlich der Beplanung des Konversionsgeländes oder zu den Bebauungsplänen Alte Post und Rathausumgriff. Hier will sich die Gemeinde Bedarfsflächen sichern. Auf dem Buchheim-Gründstück an der Johann-Biersack-Straße soll Wohnraum geschaffen werden. Wohlwollend nahmen die Feldafinger auf, dass der Ort nun dritte Fairtrade-Gemeinde des Landkreises wird.

Sontheim: Tempo 30 in Bahnhofstraße nicht möglich

Und noch eine gute Nachricht: Der Naschgarten nahe des Rathauses wird besonders gut von Kindergartenkindern angenommen. Es sollen noch Bohnen-Tipis aufgestellt werden. Selbstbedienung ist erwünscht, auch bei den Pflanztrögen gegenüber der Bäckerei Jakob und den Tomatensträuchern an der Südseite des Rathauses.

Im Haus selbst gibt es personelle Änderungen. Für Marion Steffens ist Juliane Schiecke als Sekretärin des Bürgermeisters eingestellt worden, Marita Pechtold wird ab Juli im Einwohnermeldeamt tätig sein, und für die neue Bauamtsleiterin Angelika Dinger wird noch eine Verstärkung gesucht.

Dann kamen die Bürger zu Wort. Die Bauruinen an der Bahnhofstraße sorgen für Kummer, über die der Bürgermeister nur die Auskunft geben konnte, dass sich der Anwalt eines Konkursverwalters kürzlich in der Gemeinde gemeldet habe. Die Errichtung der Bushaltestelle in Garatshausen? Sie habe sich wegen der Straßenbaumaßnahmen verzögert. Tempo 30 in der Bahnhofstraße? Ist gesetzlich nicht durchzusetzen, weil die Bahnhofstraße Staatsstraße bleiben soll und die Gemeinde damit keinen Einfluss hat.

Grünen-Gemeinderat klärt über Strahlung auf

Der einzige Aufreger war der geplante Mobilfunkmast in Garatshausen, der auf dem einzigen verfügbaren Grundstück mittig zwischen Feldafing und Tutzing in Gleisnähe aufgestellt werden soll, um das Telekom-Funknetz für Bahnkunden zu verbessern. „Muss man den Garatshausenern so ein Riesentrumm hinstellen?“ fragte Willi Eisele, Mitbegründer einer Tutzinger Bürgerinitiative gegen Mobilfunk. Die Höhe des Mastes sei technisch bedingt, dass er nicht höher werde, vertraglich geregelt, versicherte der Bürgermeister. Gesunde Wohnverhältnisse seien gesichert.

Grünen-Gemeinderat Boris Utech wurde als Kenner der Materie nicht müde, den Bürgern zu erklären, dass die Strahlung wesentlich geringer als bei einem Handy in der Hosentasche sei. Er bemühte sich nach der Bürgerversammlung redlich, jedem besorgten Bürgern die technischen Gegebenheiten zu erklären. Auch die Sorge, dass der Gemeinde mit dem Bau Kosten entstehen, wurde aus dem Weg geräumt. Die Telekom finanziert den Bau, der nichts – auch das ein Einwand von Bürgern – mit dem Neubau der Klinik zu tun habe.

Von Astrid Amelungse-Kurth

Rubriklistenbild: © dpa / Hauke-Christian Dittrich

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