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Strandbad-Pächterin Sarah Wiesböck stehen Veränderungen ins Haus: Die Gemeinde will das Lokal sanieren.

So wird 2019 in Feldafing

Bundeswehrgelände: Jetzt geht’s ums Geld

  • VonSandra Sedlmaier
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Die Gemeinde Feldafing hat ein wichtiges Jahr vor sich - es geht konkret um die Umnutzung der Fernmeldeschule. Aber nicht nur.

Feldafing – Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim erwartet ein ereignisreiches Jahr. Das Rathaus hat sich vieles vorgenommen. Vor allem soll es mit der Konversion des Geländes der Fernmeldeschule der Bundeswehr einen großen Schritt vorangehen. Unter anderem wird es um den Kaufpreis für das 31 Hektar große Areal gehen.

Bundeswehrgelände

„Sag ich jetzt eine Zahl, dann freut sich die BIMA.“ Bürgermeister Sontheim ist zurückhaltend mit Prognosen zum Kaufpreis für das Bundeswehrgelände. Denn darüber will er im Laufe des Jahres 2019 erst mit der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in konkrete Verhandlungen eintreten. „Die Gespräche laufen bislang gut“, sagt er. Abhängig sei der Preis von der künftigen Nutzung. Etwa 17 der 31 Hektar seien bebaubar. Inzwischen liegt laut Sontheim ein funktionaler Nutzungsentwurf vor, aber noch kein städtebaulicher. „Wir haben Informationen, was wir dort unterbringen müssen und was wir unterbringen wollen.“ Unter anderem Flächen für Gewerbe, für verschiedene Arten von Museen, für die Feuerwehr und für Wohnraum. „Bezahlbarer Wohnraum für 10 bis 12 Euro den Quadratmeter“, sagt Sontheim. „Keine Sozialwohnungen, davon haben wir in Feldafing genug.“ Für die Bestimmung des Kaufpreises ist nun ein Wertgutachten nötig. Dafür will die Gemeinde zusammen mit der BIMA einen Gutachter beauftragen. Für die Preisgestaltung ist zudem der Bodenrichtwert ausschlaggebend. Und dann gebe es eine Reihe wertmindernder Faktoren, etwa die Abbruchkosten der Gebäude, sagt Sontheim. Positiv sei, dass die BIMA den öffentlichen Bedarf für die Flächen anerkannt habe. „Deshalb wird es keine öffentliche Ausschreibung geben.“

Nach wie vor schwebt der Gemeinde vor, die ganze Fläche zu kaufen – und auch zu behalten. „Wir wollen Flächen vermieten oder in Erbpacht abgeben“, sagt der Bürgermeister. Bezahlt werden soll aus den liquiden Mitteln der Gemeinde, die aktuell bei sechs Millionen Euro liegen. Dazu kann Feldafing über drei Millionen aus Bausparverträgen verfügen. Und es will Grundstücke beleihen. Etwa das des alten Rathauses, das dafür extra aufgehübscht werden soll. „So wie es momentan bebaut ist, ist es relativ wenig wert“, ist Sontheim klar. Wenn nun Baurecht für zwei, drei Gebäude mehr möglich sei, sei das alte Rathaus in den Augen der Bank mehr wert. Verkauft werden solle nichts, die Gemeinde wolle ihre Grundstücke auf jeden Fall behalten. Die Immobilienverwaltung wird das gemeindeeigene Unternehmen PEWU übernehmen. Für all das hat Sontheim bereits das Okay des Gemeinderats: „Es ist alles besprochen.“

Ortsmitte

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für Feldafing soll 2019 Ergebnisse für den Hauptort bringen. Für das Kasernengelände gibt es schon Details, etwa kein Einzelhandel, aber Gewerbe und Wohnen. Konkret möchte das Rathaus das Gewerbe an der Bahnhofstraße stärken. „Das ist momentan ziemlich traurig“, stellt der Bürgermeister fest. Er stellt sich einen Regionalvermarkter für die Ortsmitte vor. „Das neue Bio ist die Regionalvermarktung. Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei uns geht.“ Bestenfalls schlössen sich drei, vier Anbieter zusammen. Als Ort stellt sich Sontheim das frühere Schlecker-Ladenlokal vor. Denn auch am Kirchplatz müsse man dringend etwas unternehmen. „Ich freue mich auf die ISEK-Ergebnisse“, sagt Sontheim.

Strandbad

Das Strandbad und vor allem das Restaurant im Strandbad stehen im kommenden Jahr auf der Feldafinger Agenda. Klar ist, dass beides saniert werden soll. Das freut Pächterin Sarah Wiesböck und beschert dem PEWU ordentlich Arbeit: Es wird einen Sanierungsplan erstellen und sich auch mit dem Denkmalschutz abstimmen.

Garatshausen

Die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Garatshausen will die Gemeinde Feldafing im neuen Jahr angehen. „Es gibt zwar einen Gemeinderatsbeschluss, dass wir uns an die Tutzinger dranhängen, aber das erwarte ich nicht mehr“, sagt Sontheim. Unter anderem soll der Vorplatz der Kapelle schöner gestaltet und die Bushaltestelle verkleinert werden sowie ein Fahrradschutzstreifen aufgebracht werden. „Das Staatliche Bauamt hat schon zugestimmt“, sagt Sontheim. Ein neuer Straßenbelag sei seines Wissens nicht nötig.

Spiel, Blumen, Radler

Ein neuer Spielplatz soll an der Wankstraße entstehen. Auf bis zu fünf Flächen im Gemeindegebiet will die Kommune nachhaltig Blumen ansäen und sich zusammen mit dem Bund Naturschutz an einer Aktion von Unser Land beteiligen. Der Bund Naturschutz ist auch an den Planungen für neue Bike & Ride-Plätze am Bahnhof beteiligt. Dort sollen rund 200 absperrbare Stellplätze für Räder geben, inklusive Schließfächer für Akkus. Dafür gibt es Zuschüsse, die Gemeinde rechnet mit Kosten von 180 000 Euro.

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