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Die Übung zahlte sich aus: Die Feldafinger Böllerschützen bewiesen auch heuer wieder, wie gut und synchron sie den Salut auf das neue Jahr abfeuern können.

Neujahrsböllern in Feldafing

Da staunen die Urlauber aus Berlin

Feldafing - Alle Jahre wieder begrüßen die Feldafinger auf ebenso lautstarke wie gemütliche Art und Weise das neue Jahr.

Welch ein Jahresauftakt! Die 50 Berliner Gäste, die extra mit einem Bus zum Feldafinger Neujahrsschießen angereist waren, sind begeistert von der wunderschönen Kulisse im Buchheimstadion. Das Traditionsschießen der Böllerschützen wollten sie sich nicht entgehen lassen, schließlich war es vom Reiseveranstalter als Highlight ihres einwöchigen Urlaubs am Starnberger See angekündigt.

Bei strahlend blauem Himmel, die Benediktenwand und Zugspitze wie hingemalt, zeigte sich Feldafing aber auch wirklich von seiner besten Seite. Wenn auch ohne den Bürgermeister, der sich durch Anton Maier vertreten ließ. Dieser ermutigte in seiner Ansprache die rund 300 Feldafinger, sich nicht durch Terror einschüchtern zu lassen. „Wir wollen feiern, damit wir das Jahr gut durchschiffen.“ Der 1997 gegründete Feldafinger Böllerschützenverein ist nicht nur der erste, sondern immer noch der einzige eigenständige Böllerschützenverein, betont Vorstandsmitglied Horst Becker.

Er ist mit seinen 75 Jahren das älteste aktive Mitglied, sein Sohn ist dabei und auch seine Schwiegertochter Nicole, die heuer als einzige Frau auf dem Feld steht.

Elf Schützen haben sich aufgestellt, haben ihre besten Lederhosen angezogen, auf den Hosenträgern das handgestickte Vereinsemblem mit Eichenlaub, Pistolen und Feldafinger Wappen. Sie haben sich ihre Ledertaschen mit dem Schwarzpulver umgehängt, Hammer und Zündkapseln eingesteckt und stopfen lautstark ihre Büchsen. Dann nimmt Kommandogeber Wolfgang Böhnel seine Position ein und stellt die Schützen einzeln vor: Stefan Schied, der Mann an der großen, selbstgebauten Kanone, Manfred Goldmann, der zweite Schießmeister an der kleinen Kanone aus der Zeit um 1880, deren Kanonenrohr vor ein paar Jahren in der Garage des Hotels am Ort gefunden wurde. Günter Kreißl ist der erste Schießmeister und schießt mit Holger Dachsel, Sisi Fürstenberger, Sascha Eck und Georg Riedl mit Handböller. Nicole, Oliver und Horst Becker haben ihre Schaftböller mitgebracht und Felix Rausch zündet den einzigen Standböller.

Die Schützen salutieren zum Auftakt, bevor sie zum langsamen und schnellen Reihenfeuer übergehen. Alles läuft perfekt, auch das Salutschießen in Gruppen. Dann aber kommt das Schwierigste, das Synchron-Schießen. Ein Kommando, dann ein donnernder Knall wie aus einer Büchse und eine weiße Rauchwolke. „Traumhaft! Sensationell!“ ruft Thomas Lachner. Er ist ein Gründungsmitglied des Vereins und moderiert das Neujahrsschießen kurzweilig mit einem Ausflug in die Vereinshistorie. Und macht Werbung in eigener Sache. Denn die Feldafinger Böllerschützen brauchen dringend Nachwuchs, damit die Tradition auch in den nächsten Jahrzehnten aufrecht erhalten werden kann.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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