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Erinnerung auf dem Johannishügel in Tutzing: das Friedl-Brehm-Denkmal im Kustermannpark. 

100. Geburtstag von Friedl Brehm

Ein Denkmal soll umziehen - aber wie?

Feldafing - Dem Feldafinger Verleger Friedl Brehm ist ein Denkmal gewidmet. Das steht in Tutzing, weil es die Feldafinger in den 1980er Jahren nicht wollten. Zu Brehms 100. Geburtstag will es die Gemeinde heimholen.

Sigrid Friedl-Lausenmeyer will den Feldafinger Verleger, Journalisten und Redakteur Friedl Brehm ehren und regt deshalb eine kleine Festveranstaltung im Bürgersaal zu dessen 100. Geburtstag am 21. Mai 2017 an. Organisiert wird sie von Bernhard Setzwein, Helmut Eckl und Josef Wittmann – alles Autoren, die im Friedl-Brehm-Verlag bekannt geworden sind. Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler, die Rockband Sparifankal und die Fraunhofer Saitnmusi sind auch dabei, und wenn alles gut geht, wird an diesem Friedl-Brehm-Festtag auch das Friedl-Brehm-Denkmal in Feldafing enthüllt.

Das Denkmal gibt es schon, es steht in Tutzing auf dem Johannishügel im Kustermannpark und soll nun umziehen. Der Feldafinger Gemeinderat segnete das Vorhaben jetzt einstimmig ab. Am 4. April entscheidet der Tutzinger Rat darüber, ob es umgesiedelt wird. Wo das Denkmal in Feldafing aufgestellt werden soll, ist noch unsicher. Bürgermeister Bernhard Sontheim schlug eine Stelle neben der Tafel des Verschönerungsvereins am Rathausplatz vor, ist aber offen für andere Vorschläge.

Das Denkmal wurde nach dem Tod des Verlegers am 8. April 1983 in Feldafing von Dieter Schmidt aus Fridolfing entworfen und ausgearbeitet. Die Steinstele ist gestaltet wie ein Lesepult, das aus Bücherstapeln und einigen Requisiten besteht. Es landete damals in Tutzing, weil der Feldafinger Gemeinderat eine Aufstellung verweigert hatte.

Brehm gilt als kritischer und widerspenstiger Zeitgenosse. Seinen Verlag gründete er 1957. Er veröffentlichte Autoren wie Gerhard Polt, Hans Christian Müller, Felix Mitterer und viele andere, die später bedeutende Preis erhielten. Um jungen Mundartautoren ein Forum zu bieten, hatte Brehm mit Christian Buck 1969 auch die halbjährlich erscheinende Literaturzeitschrift „Schmankerl“ und die kurz bestehende Literaturzeitschrift „Edelgammler“ gegründet. Das „Schmankerl“ entwickelte sich zum bairischen Sprachrohr der neuen deutschen Mundartdichtung.

„Die bayerische Mundart zu fördern, das war sein Ding“, sagt auch Friedl-Lausenmeyer, die den Verleger persönlich kannte. Als die ehemalige Gemeinderätin und jetzige Bezirksrätin mit ihrem Mann 2002 selbst einen Verlag gründete, übernahm sie den Namen. Unter den Fittichen der Arabella Versandbuchhandlung fördert der jetzige Friedl-Brehm-Verlag regionale Literatur, weniger Mundartdichtung. Allerdings soll der eine oder andere Text von damals neu aufgelegt werden.

Der österreichische Dramatiker Felix Mitterer nannte Brehm einen „Mundartrocker, der schulterlange, weiße Haare trägt, auf der Brust ein Friedensabzeichen, dazu Bluejeans und Holzpantoffeln. Alles an Friedl Brehm war darauf angelegt, Widerspruch zu erwecken – ein Zug, der gewiss auch etwas trotzig Infantiles hat. Er wollte der ewig Rebellierende bleiben.“     ak

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