Die Albers-Villa in Garatshausen wird an die TU München gehen, was der andere Interessent, der Verein „Respect & Remember“, kritisiert. In der Villa hatten Hans Albers und seine Lebenspartnerin Hansi Burg gelebt (Foto oben).
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Die Albers-Villa in Garatshausen wird an die TU München gehen, was der andere Interessent, der Verein „Respect & Remember“, kritisiert. In der Villa hatten Hans Albers und seine Lebenspartnerin Hansi Burg gelebt (Foto oben).

TUM arbeitet bereits am Detailkonzept

Albers-Villa trotz Entscheidung umkämpft

Die Technische Universität München arbeitet bereits am Detailkonzept für die Albers-Villa. Aber der ebenfalls an ihr interessierte Verein „Respect & Remember“ gibt nicht auf. Für kommenden Sonntag lädt er Interessierte ein.

Garatshausen – Für die Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig aus Feldafing ist die Sache klar: Als künftiger Nutzer der „Albers-Villa“ im Feldafinger Ortsteil Garatshausen stehe die Technische Universität München (TUM) fest, bestätigte die an den Verhandlungen beteiligte CSU-Politikerin gegenüber dem Starnberger Merkur. Doch der Verein „Respect & Remember“ gibt nicht auf. Wie berichtet, bemüht sich dieser Verein ebenfalls um eine Nutzung des Seegrundstücks, auf dem einst der Schauspieler Hans Albers (1891-1960) und seine Lebenspartnerin Hansi Burg (1898-1975) lebten. Für kommenden Sonntag, 12. September, lädt der Verein alle Interessierten zu drei Gesprächen mit der Vereinsvorsitzenden Gabriella Meros und der Tutzinger SPD-Gemeinderätin Stefanie Knittl ein, um 11, 13 und 15 Uhr direkt neben der Albers-Villa. Bereits seit einiger Zeit läuft eine Online-Petition „Rettet die Hans-Albers-Villa als Erinnerungs- und Begegnungsort“, die bisher rund 680 Menschen unterzeichnet haben.

Maßgeblich für die Entscheidung pro TUM war ein Beschluss des Landtags-Haushaltsausschusses. Die Staatsregierung habe der Universität aufgegeben, ein detailliertes Konzept auszuarbeiten, sagt Eiling-Hütig. Gewisse Erweiterungen gelten als denkbar, so mit einem Veranstaltungsraum und Gästebetten. Nutzer soll nach früheren Angaben die „Junge Akademie“ der TUM sein, ein Netzwerk aus Studenten, Nachwuchsforschern, aktiven und ehemaligen Professoren.

Der Kulturverein Garatshausen wartet derzeit nach Angaben seines Vorstandsmitglieds Dr. Andreas Kapphan auf ein Gespräch mit dem zuständigen TUM-Professor Arnulf Melzer. Nach Kenntnis von Kapphan ist bei dem Uni-Konzept auch die Einbeziehung örtlicher Vereine und der beiden Tutzinger Akademien vorgesehen. Der Kulturverein will eigentlich mehr: eine Öffnung des Geländes für die Allgemeinheit und einen Weg über das Areal. Kapphan sieht dabei die Gemeinde Feldafing in der Verantwortung. Auch eine Mitwirkung des Vereins „Respect & Remember“ bei der TUM-Nutzung sei möglich, sagt Eiling-Hütig. Das kommentiert die Vereinsvorsitzende Meros so: „Wir sind kein Feigenblatt.“ Die Universität werde die Albers-Villa „verbauen“ und einer kleinen Gruppe von Elitestudenten und Professoren vorbehalten – ein „Badestrand für Ordinarien“, sagt sie überspitzt. Ihr Verein hatte einen „öffentlich zugänglichen Begegnungsort und einen deutsch-jüdischen Erinnerungsort“ angekündigt, mit Angeboten für Bildung, Kultur, Freizeit und einem Café. Finanziert werde das mit privaten, nicht mit staatlichen Mitteln, sagt Meros, die auch auf die Münchner Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) als Kooperationspartner verweist. Die TUM verfüge bereits über viele Liegenschaften, die sie nicht vollständig nutze, so das Kloster Raitenhaslach. Scharf kritisiert Meros, im TUM-Konzept für die Albers-Villa kämen die Zeit zwischen 1933 und 1945, Nationalsozialismus, Antisemitismus und Hansi Burg nicht vor. So werde ein wichtiger Erinnerungsort verloren gehen.

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