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Wasser marsch: Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler (l.) und Bernhard Sontheim, Bürgermeister der Gemeinde Feldafing, hatten bei der offiziellen Inbetriebnahme des Trinkwasserhochbehälters sichtlich Spaß.

Hochbehälter in Feldafing

Erst Trinkwasser, jetzt Fledermäuse

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Geld sparen und dabei noch etwas für die Umwelt tun - das gelingt am Feldafinger Kalvarienberg mit dem alten Trinkwasserhochbehälter. Anstatt ihn teuer zurückzubauen soll er bald als Winterquartier für tierische Bewohner dienen.

Feldafing/Pöcking – Wo bis vor wenigen Monaten noch das Trinkwasser für die Einwohner von Pöcking und Feldafing gelagert wurde, sollen schon bald Fledermäuse ein gemütliches Plätzchen für ihren Winterschlaf finden. Denn Ingenieur Ingmar Plettenberg vom iip Ingenieurbüro für Bauwesen und Umwelttechnik und Fledermausberaterin Eva Kriner vom Landesamt für Umwelt wollen den mittlerweile stillgelegten Trinkwasserhochbehälter am Feldafinger Kalvarienberg in ein Fledermaushabitat umwandeln.

Feldafinger und Pöckinger müssen aber keine Angst vorm Verdursten haben. Der neue Trinkwasserhochbehälter, der sich nur etwa 50 Meter weiter befindet, ist schon ans Netz gegangen. Am Mittwoch nahmen die Bürgermeister Bernhard Sontheim und Rainer Schnitzler die Anlage offiziell in Betrieb. „In den Hochbehälter passen insgesamt fünf Millionen Liter Wasser“, erklärte Wassermeister Rainer Erhard. „Das Wasser gewinnen wir aus einer Quelle in Garatshausen und zwei Tiefbrunnen in Aschering.“ Nachdem es in einer Aufbereitungsanlage gereinigt wurde, fließt es in die Kammern des Hochbehälters und von dort aus zu den Haushalten der Gemeinden. „Insgesamt 60 Kilometer Leitungen verlaufen dafür unterirdisch in Pöcking“, sagte Erhard. „In Feldafing sind es ungefähr genauso viele.“

Zwei Löcher sollen die Stahlbetonbau für Fledermäuse zugänglich machen

Während der neue Trinkwasserhochbehälter schon problemlos seinen Dienst verrichtet, muss der alte noch ein paar Wochen warten, bis seine zukünftigen Bewohner einziehen können. Der runde Stahlbetonbau, der sich zu zwei Dritteln unterhalb der Erdoberfläche befindet, ist zwar bereits ein ideales Winterquartier für Fledermäuse und Kriechtiere, denn: „Im Inneren ist es dunkel und kühl“, erklärte Kriner. „Zudem herrscht dort eine hohe Luftfeuchtigkeit.“ Nur Zutritt müssen Kriner und Plettenberg den Tieren noch verschaffen. „In die Eingangstüre der Anlage schneiden wir ein etwa 40 Zentimeter breites und 15 Zentimeter hohes Loch“, sagte Kriner. „Weiter unten kommt an die Türe noch ein Schlitz für Insekten.“

Ein Unterschlupf für Fledermäuse soll der alte Trinkwasserhochbehälter werden.

Um den Fledermäusen den Weg zum Eingang zu erleichtern, soll außerdem eine Böschung aufgeschüttet werden. Haben es die Tiere durch die Tür geschafft, müssen sie einen Gang durchqueren und durch ein zweites Loch in den Hochbehälter fliegen. „Am Boden des Hochbehälters wollen wir etwas Sand, Kies und Wasser aufschütten“, erzählte Kriner. „Das sorgt für zusätzliche Luftfeuchtigkeit und außerdem können Fledermäuse im Winterschlaf auch von der Decke runterfallen und landen dann weich.“ Im Durchgang zwischen Hochbehälterwand und Eingang bekommen Klein- und Kriechtiere eine Schicht aus Sand und Erde, in der sie bequem überwintern können.

Der Umbau beginnt im September

„Mit diesen Maßnahmen starten wir voraussichtlich im September“, sagte Plettenberg. „Ob die Fledermäuse das Habitat auch annehmen, wird aber ein bisschen Glückssache sein.“ Dieser Meinung ist auch Kriner. Die Fledermäuse müssten das Habitat erst einmal entdecken, sich reinwagen und es für gut befinden, sagte sie. „Gut Ding will Weile haben.“

Für Feldafing und Pöcking ist das Habitat in jedem Fall ein Gewinn. „Dadurch müssen wir den alten Hochbehälter nicht zurückbauen“, sagte Schnitzler. Und Sontheim ergänzte: „Das hätte uns einen Haufen Geld gekostet und eine riesige Sauerei hinterlassen.“ 

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