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Die neue Artemed-Klinik in Feldafing wirkt durch ihren kreuzförmigen Grundriss weniger mächtig. Die Geschäftsführer Dr. Simon Machnik (o.l.), Prof. Rainer Salfeld (o.r.) und Architekt Achim Hoffmann (o.M.) führten durch das Gebäude.

Feldafinger Artemed-Klinik

Ein Krankenhaus im Grünen

  • vonSandra Sedlmaier
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Die neue Artemed-Klinik in Feldafing steht kurz vor der Fertigstellung. Im Laufe des Oktobers will die Klinik vom Dr. Appelhans-Weg auf das ehemalige Kasernengelände umziehen. Ein Besuch auf der Baustelle.

Feldafing – Sieht gut aus: Dass die neue Artemed-Klinik auf dem ehemaligen Kasernengelände in der Breite 80 Meter lang ist, merkt man ihr nicht an. Der Grundriss ist kreuzförmig: So sieht der Betrachter immer nur einen Ausschnitt, nie das Klinikgebäude in seiner Gänze. Durch die verglaste Fassade und die umlaufenden Balkone wirkt der Bau vor der Kulisse der Bäume tatsächlich leicht – genau das hat Architekt Achim Hoffmann beabsichtigt. Bis September soll alles fertig sein, im Oktober will die Artemed-Klinik vom Dr. Appelhans-Weg auf das ehemalige Bundeswehrareal ziehen.

„Wir bauen von außen nach innen und von oben nach unten“, sagt Artemed-Chef Prof. Rainer Salfeld. Im obersten der vier Geschosse seien die Arbeiten weitgehend abgeschlossen, ebenso die Außenfassade. Im Erdgeschoss, wo die kleine Eingangshalle und das Restaurant sind, ist der Fliesenboden fertig, aber noch unter schützenden Holzbrettern verborgen. Über die Kosten will Salfeld nichts sagen. Die Planung der Klinik sei auch nach Patientenwünschen erfolgt, berichtet Salfeld. „Wir haben eine Umfrage gemacht, wie das ideale Krankenhaus aussieht“, sagt der Geschäftsführer. „Es hieß, man will im Eingangsbereich einen relativ kleinen Raum mit einem freundlichen Menschen, auf den man zugehen kann. Dazu einen Blick ins Grüne und einen Tresen.“ All das liefert die neue Klinik.

Jedes Zimmer hat einen Blick auf den alten Baumbestand

Apropos Blick ins Grüne: Der kreuzförmige Grundriss erlaubt jedem Zimmer einen Blick auf den alten Baumbestand. Und dazu kurze Wege in nicht zu langen Korridoren: Im Zentrum des Kreuzes liegen Aufzug und Treppenhaus sowie die Schwesternzimmer einer jeden Station.

Die Wünsche der Patienten wurden laut Salfeld berücksichtigt, aber auch die des Personals. „Für die Ärzte ist es großartig, einen Neubau zu beziehen, der nach ihren eigenen Vorstellungen gestaltet ist.“ Das beginne beim Empfang der Patienten: „Für die Ärzte ist es nicht wichtig, wie die Zimmer gestaltet sind. Sondern dass sie einen Patienten vor Regen geschützt empfangen können. Oder dass die Gänge breit genug sind, damit zwei Betten aneinander vorbeikommen.“ Beides sei derzeit in Feldafing nicht der Fall. Das Gebäude dort sei vor 50 Jahren als Sanatorium geplant worden und erst danach zum Krankenhaus geworden, erinnert Salfeld. 2009 hat die Artemed-Klinik das Krankenhaus übernommen.

Die Liegendpatienten werden im neuen Haus auf der nördlichen Seite aufgenommen, dort gibt es einen Aufzug, der sie in die richtige Station bringt. Vier Bereiche sollen in der neuen Klinik unterkommen: die Orthopädie, die Neurologie und die Geriatrie aus Feldafing, dazu kommt die Schmerztherapie aus Tutzing. Aktuell haben diese vier Abteilungen 150 Betten zur Verfügung, am neuen Standort in Feldafing werden es dann 226 Betten in rund 180 Zimmern sein. Die neue Klinik hat vier Geschosse und ein Laternengeschoss. Es gibt viele Einzelzimmer und maximal drei Betten pro Zimmer. Für Besucher und Patienten gibt es als Aufenthaltsraum die Cafeteria im Erdgeschoss oder die Dachterrasse mit Blick auf den See, letztere allerdings soll nicht bewirtschaftet werden, wie Machnik sagt.

Das BRK hilft beim Umzug der Patienten

Der Umzug wird eine logistische Herausforderung. Die Stationen sollen der Reihe nach umziehen, jeweils an einem Wochenende. „Die Patienten ziehen wir mit Hilfe des BRK um“, kündigt Machnik an. „Es wird immer eine Pflegekraft und ein Therapeut pro Patient dabei sein.“ Bis Ende Oktober sollen die Räume am Dr. Appelhans-Weg leer sein, zum Jahresende will die Artemed-Klinik das Gebäude an den Vermieter zurückgeben.

Mit dem Umzug ist auch ein Personalzuwachs nötig. „Gespräche laufen bereits“, sagt Machnik. Ein überzeugendes Argument für einen Job bei Artemed entsteht westlich der Klinik: In vier Gebäuden sind 68 Mitarbeiterwohnungen geplant, größere und kleinere Einheiten. Sie sollen laut Architekt Hoffmann bis zur Jahresmitte 2020 ganz fertiggestellt sein.

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