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Im Herbst wirkte alles noch ganz einfach: Bei der Präsentation der Umbaupläne für das Villino dachten die Vertreter der Artemed-Klinik, Dr. Simon Machnik, Prof. Dr. Rainer Salfeld und Dr. Veronika Hofmann, Mann-Experte Gernot Abendt, Bürgermeister Bernhard Sontheim und Architekt Carlos Graf Maltzan (v.l.) noch nicht an die Schwierigkeiten, die mit der Sanierung des Villino einhergehen können. 

Sanierung schwieriger als gedacht

Hürden für Villino-Gedenkstätte

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Die Sanierung des Villino zu einer Thomas-Mann-Gedenkstätte und dem Sitz der Artemed-Stiftung ist rechtlich offenbar schwieriger als gedacht. Das Landratsamt hat die Euphorie des Bauwerbers jetzt deutlich gedämpft.

Feldafing– Die Idee ist wunderbar: Der Eigentümer einer denkmalgeschützten Immobilie will diese nicht nur erhalten und sanieren, sondern auch noch so zurückbauen, dass sie ihrem ursprünglichen Zustand wieder möglichst nahe kommt. So soll es mit dem Feldafinger Villino passieren, wo der Autor Thomas Mann Teile seines Zauberbergs geschrieben hat. Die Eigentümerin Artemed-Klinik will bereits zerstörte Teile des denkmalgeschützten Hauses sanieren und dabei darauf achten, dass es nach der Sanierung ein bisschen mehr aussieht wie zu Manns Zeiten (wir berichteten). Nur: Den Bauantrag, den der Münchner Architekt Mortimer Graf Maltzan gemeinsam mit seinem Sohn Carlos für das Villino vorbereitet hat, will das Landratsamt Starnberg nicht genehmigen.

„Das Landratsamt sagt: Im Bebauungsplan ist das Gebäude als Wohnhaus eingetragen, das müsse ein Wohnhaus bleiben“, sagt der Architekt. Eine Befreiung vom Bebauungsplan wolle die Behörde nicht akzeptieren. Hintergrund ist: Das Villino soll faktisch nicht mehr als Wohnhaus, sondern als Sitz der Artemed-Stiftung und einer Thomas-Mann-Gedenkstätte genutzt werden. In einem Gespräch habe die Starnberger Behörde signalisiert, den Antrag abzulehnen. „Deshalb haben wir ihn jetzt zurückgezogen, um Kosten zu sparen“, sagt Graf Maltzan.

Starnberger Landratsamt braucht mehr Informationen

Das Landratsamt in Starnberg bestätigt, dass es Probleme sehe, wenn eine Befreiung vom gültigen Bebauungsplan eine Nutzungsänderung umfasse. „Im Fall des Villino brauchen wir mehr Informationen“, sagt Landratsamt-Sprecher Stefan Diebl. Wenn die Gemeinde eine Änderung des Bebauungsplans statt einer Befreiung von den Vorgaben anstrebe, sei das Landratsamt dafür offen.

Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim wäre bereit, eine solche Änderung auf den Weg zu bringen – daran solle es nicht scheitern, unterstreicht er. Den Einwand des Landratsamtes kann er allerdings nicht nachvollziehen. „Wir haben im Bebauungsplan das Villino als Wohnhaus festgelegt. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo gelesen oder gehört zu haben, dass Thomas Mann in einer Lagerhalle oder einem Museum gewohnt hat“, sagt er. Wenn Artemed das Haus so herrichte, wie es zu Manns Zeiten war, sei es wieder ein Wohnhaus. „Das muss mir das Landratsamt mal erklären: Wenn ein Wohnhaus so saniert wird, dass es ein Wohnhaus bleibt – wieso soll es dann im Bebauungsplan nicht als Wohnhaus stehen?“ Schlimmstenfalls, so Sontheim, könne jemand von der Klinik seinen ersten Wohnsitz im Villino anmelden. „Und dann empfängt er halt Gäste.“

Tatsächlich überlege Klinik-Geschäftsführer Prof. Rainer Salfeld, aus dem Villino wieder ein Wohnhaus zu machen und es an jemandem vom Klinikpersonal zu vermieten, berichtet Architekt Graf Maltzan. „Ein potenzieller Mieter müsste dann akzeptieren, ab und zu Interessierte hereinzulassen – zumindest im Erdgeschoss.“

Das Unverständnis seitens der Architekten ist groß

Dabei diente das Villino bis zum Herbst 2018 als eine Art Museum, zumindest alle paar Monate, wenn der Literaturwissenschaftler Dr. Dirk Heißerer seine Thomas-Mann-Nachmittage veranstaltete. Außerdem lagerte die Thomas-Mann-Bibliothek aus dem Nachlass der letzten Sekretärin des Autors dort. Umso größer ist das Unverständnis des Architekten, dass es jetzt problematisch sei. All die Jahre habe niemand gegen die Nutzung protestiert.

Das Landratsamt hat eine einfache Erklärung dafür. Bis zum Bau der Artemed-Klinik galt für das Villino ein Sondergebiet Museum. Erst im vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Klinikbau ist das Sondergebiet Museum in das Gebiet Wohnen übergegangen. Und jetzt habe man über den Bauantrag geredet. „Wenn ein Antrag vorliegt, wird alles geprüft“, erklärt Behördensprecher Diebl.

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