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In natura und als Modelle lernte unter anderem die Klasse 2b der Pöckinger Grundschule Wasservögel am Fähranleger zur Roseninsel kennen. Der Starnberger LBV-Geschäftsstellenleiter Franz Wimmer (M.) lieferte Erklärungen, Konrektor Olaf Beck begleitete die Kinder. 

Wasservögel am Starnberger See

Wasservögel am Starnberger See: „Nur was man kennt, schützt und liebt man“

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Stockenten, Blässhühner und Kormorane - diese und andere Wasservögel beobachteten Kinder der Pöckinger Grundschule mit Ornithologen des Landesbundes für Vogelschutz am Starnberger See. Die Exkursion war Teil eines Umweltbildungsprojekts.

Feldafing/Pöcking – Mehr als 4200 Kilometer legen manche Wasservögel jedes Jahr zu Beginn der kalten Jahreszeit zurück, um am Starnberger See zu überwintern. Ganz so weit war der Weg für die 46 Kinder der Grundschule Pöcking nicht, als sie zur Vogelbeobachtung an den Fähranleger zur Roseninsel an der Feldafinger Bucht kamen. Doch sie waren immerhin 45 Minuten zu Fuß unterwegs, und so gab es nach der Ankunft am Fähranleger erst einmal eine kleine Brotzeit.

Die nutzte Ornithologe Patrick Fantou, um die Kinder an das am Vortag gelernte Wissen über verschiedene Vogelarten zu erinnern.

Die Kinder lernten die fünf häufigsten Wasservogelarten am Starnberger See kennen

In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) hatte Olaf Beck, Konrektor der Pöckinger Grundschule, ein Projekt zur Umweltbildung gestartet, an dem die Klassen 2b und 3a in der vergangenen Woche teilnahmen. Fantou brachte den Grundschülern einiges über die fünf häufigsten Wasservogelarten am Starnberger See bei. Erkennungsmerkmale von Stockenten, Reiherenten, Blässhühnern, Tafelenten und Kolbenenten lernten die Kinder im Klassenzimmer anhand von Fotos.

Am nächsten Tag konnten sie ihr Wissen am Ufer des Starnberger Sees in der Praxis anwenden. „Wir haben Glück, denn es ist nicht neblig, und alle fünf Vogelarten sind da“, sagte Fantou zu den Kindern. Davon durften sich diese anschließend selbst überzeugen.

Ein Baby-Schwan kam bis zum Ufer des Starnberger Sees

Je vier Schüler gruppierten sich um ein Spektiv und blickten abwechselnd durch die Linse. Schon nach wenigen Minuten erkannte Mathilda (7) ihren Lieblingsvogel, das Blässhuhn. Etwas rarer machte sich dafür die Stockente. Erst nach einer knappen halben Stunde entdeckte Raphael (8) den Wasservogel, der mit nur rund 350 Exemplaren am Starnberger See relativ selten vorkommt. Der Star des Vormittags war aber ein neugieriger Baby-Schwan, der zielstrebig auf die Kinder zuschwamm und erst am Ufer Halt machte. Dort verweilte er und beäugte sein Publikum, anschließend tauchte er zweimal seinen Kopf unter die Wasserfläche und präsentierte seine Kehrseite. Diese Show sorgte bei den Kindern für Vergnügen, doch neben dem Spaß kam natürlich auch das Lernen nicht zu kurz.

So erklärten Fantou und seine Kollegen Pit Brützel, Horst Guckelsberger, Peter Witzan und Ursula Zinnecker-Wiegand den Kindern, dass man Baby-Schwäne an ihrem grauen Gefieder erkennt und dass es im Winter mehr Wasservögel am Starnberger See zu sehen gibt als im Sommer. „Sie kommen aus Sibirien, dem Baltikum oder Schweden zu uns, weil es bei ihnen im Winter zu kalt ist“, sagte Guckelsberger. „Zwischen 19 000 und 25 000 Vögel überwintern am Starnberger See.“

Seebesucher sollten auf Wasservögel Rücksicht nehmen

Zu Beginn der kalten Jahreszeit seien die Tiere besonders empfindlich, betonte der Ornithologe. „Da wirkt noch die Aufregung der Reise nach, die sogenannte Zugunruhe“, erklärte er. Für die menschlichen Seebesucher bedeutet das: erhöhte Vorsicht und Rücksichtnahme, damit die Tiere nicht verschreckt werden.

Zu diesem Zweck gibt es auch Winterruhezonen und ganzjährige Schutzbereiche, in denen gewisse Regeln befolgt werden müssen. „Segler, Ruderer und auch organisierte Stand-up-Paddler respektieren das“, freute sich Guckelsberger. „Darüber sind wir sehr glücklich.“

Die Liebe zur Natur bei Kindern fördern ist ein Ziel des LBV

Damit auch die Kinder lernen, wie wichtig es ist, auf Wasservögel am Starnberger See Acht zu geben, haben die Ornithologen vom LBV und Konrektor Beck das Umweltbildungsprojekt ins Leben gerufen. „Nur was man kennt, das schützt und liebt man“, sagte der Starnberger LBV-Geschäftsstellenleiter Franz Wimmer. „Wir wollen diese Liebe zur Natur bei den Kindern entwickeln und fördern.“ Fantou geht noch einen Schritt weiter: „Ich glaube, dass die Kinder Kanäle zu ihren Eltern sind“, sagte er. „So erfahren auch die Erwachsenen, welchen Schatz wir mit den Wasservögeln am Starnberger See haben.“

Wer die Wasservögel ebenfalls durchs Spektiv eines Ornithologen betrachten möchte, hat dazu in diesem Winter noch dreimal Gelegenheit. Der LBV veranstaltet auch öffentliche Vogelbeobachtungen am Fähranleger zur Roseninsel. Die nächste ist für 17. November ab 11 Uhr geplant. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Starnberger LBV.

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