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Im Kaminzimmer von Schloss Garatshausen zeigt der Portugiese Paulo de Brito seine Werke, unter anderem eine Aureole aus Kupferdraht (l.) Foto: Stefan Scuhbauer-von Jena

Ausstellung im BRK-Schloss Garatshausen

Sehenswertes passend zum Advent

Eine Kunstausstellung mit dem Titel „Licht des Glaubens“ ist derzeit im BRK-Schloss Garatshausen zu sehen. Interessierte können sich noch bis zum Frühjahr 2020 die Kunstwerke ansehen. 

Garatshausen „Licht des Glaubens“ ist eine Ausstellung überschrieben, die in den Fluren des BRK-Schlosses Garatshausen zu sehen ist. Sie ist der Schlusspunkt der Ausstellungsreihe „30 Jahre Künstler für Senioren“, eine Initiative, die von Rita Enzinger ins Leben gerufen wurde und die daran erinnert, dass gute Dinge durchaus Bestand haben. Diese letzte und unbedingt sehenswerte Schau anlässlich des Jubiläums, die noch bis ins neue Jahr hinein läuft, passt wegen der Fotos, in der das Licht in sakralen Räumen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, besonders gut in die Adventszeit.

Die Arbeiten stammen von der seit 25 Jahren in Starnberg lebenden Fotografin Jelisaveta Schwarzbach, geheimnisvolle, magische, mystische Aufnahmen lichtdurchfluteter Kirchen, die in der näheren Umgebung, aber auch in München, Rom, Paris, Venedig, im Kosovo oder gar in Albanien entstanden. Wesentlich ist die besondere Lichtregie im Inneren der Kirchenräume, ein Lichteinfall, der durch bewusst gesetzte Fenster von den Architekten des Mittelalters und der Neuzeit gelenkt und bisweilen dramatisch inszeniert wurde, um das Licht des Glaubens sinnfällig zu machen. „Früher haben sich die Baumeister von Kirchen etwas dabei gedacht“, meint die 57-Jährige, die erst seit 15 Jahren ihrer Leidenschaft Fotografie nachgeht und die von der Stille und Ruhe der Kirchenräume fasziniert ist.

Fotografin Jelisaveta Schwarzbach hält spektakuläre Lichtkontraste fest

Ihre Auseinandersetzung mit der magischen Anziehungskraft der Gotteshäuser spiegelt sich in spektakulären Lichtkontrasten, die das „Mysterium“ und „die einzigartige, spirituelle Ausstrahlung eines Gotteshauses“ und „persönliche Empfindungen wie Trost und Zuflucht, Behütet- und Geborgensein“ künstlerisch einfangen. „Ob mir das gelingt, ist eine Glückssache“, bekennt die Fotografin, die manchmal stundenlang auf das richtige Licht wartet.

Momentan befindet sie sich gerade auf Kirchentour in Neuss, ein Eldorado für sie, hat doch der Ort ungewöhnlich viele Sakralbauten aus allen Epochen. Ungewöhnlich für Architekturfotografie ist auch das quadratische Format ihrer Arbeiten, das sie bewusst einsetzt, weil das Quadrat in der Natur als Form nicht vorkomme.

Im ersten Stock findet sich ergänzend sehenswerte Erlebnisfotografie von Rita Enzinger, die sie von ihren Reisen mitgebracht hat. Mit der Aufnahme der orthodoxen Kirche Bet Giyorgis, eine der elf Felsenkirchen aus dem 12./13. Jahrhundert, geht auch sie auf das Thema der Ausstellung ein. Zudem gibt es interessante Arbeiten des Portugiesen Paulo de Brito, darunter eine Glanz verströmende Aureole aus Kupferdraht, die zu glühen scheint. Die Rotunde ist dem inzwischen verstorbenen Künstler und Roseninsel-Gründungsmitglied Werner Meiler zum Thema „Kosmos“ gewidmet. Dazu gesellen sich Dauerleihgaben.

Festschrift zum Jubiläum

Anlässlich des Jubiläums ist eine Festschrift „30 Jahre Künstler für Senioren“ erschienen, die die 25 Künstler würdigt, die ihre Werke auf Dauer dem BRK-Schloss Garatshausen übergeben haben. Herausgegeben wurde sie vom BRK-Kreisverband Starnberg, gestaltet von Jürgen Schwarzbach. Mit Texten von Paulo de Brito, Rita Enzinger, Roswitha Lagleder, Jan Lang, Irena Schikora-Kiefer, Jelisaveta und Jürgen Schwarzbach. Zu beziehen gegen eine Spende am Empfang (9 bis16 Uhr) oder im Café des BRK-Seniorenheims (Dienstag bis Sonntag, 14 bis 17 Uhr).

von Astrid Amelungse-Kurth

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