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Essen in der Kita ist eine schwierige Angelegenheit. Eltern haben oft Zweifel, ob es ausgewogen genug ist, dazu kommen immer öfter Unverträglichkeiten, die die Zubereitung schwieriger macht. 

BRK-Kindertagesstätte in Feldafing

Eltern sollen übers Essen mitbestimmen

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Das BRK strukturiert die Verpflegung in seinen 28 Kindertagesstätten im Landkreis neu. Nach massivem Elternprotest aus Feldafing soll eine Kommission aus Eltern und BRK-Mitarbeitern über den oder die künftigen Caterer entscheiden.

Feldafing/Landkreis Das Rote Kreuz betreibt 28 Kindertagesstätten im Landkreis und betreut darin 1800 Mädchen und Buben im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahre. 1600 bekommen regelmäßig ein Mittagessen – eine logistische und ernährungstechnische Herausforderung, wie sich zeigt.

Der Caterer für die Feldafinger Einrichtungen wird nun gewechselt (wir berichteten). Eltern sind verunsichert und beschweren sich. Nun will BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang bei der Suche nach einem neuen Caterer ein gemeinsames Gremium aus Eltern und BRK-Mitarbeitern ins Leben rufen. „Wir schaffen eine Kommission zur gemeinsamen Festlegung von Auswahlkriterien für das Kita-Essen“, sagte er gestern bei einem Pressegespräch. „Darin sollen Elternbeiräte vertreten sein, Kita-Leitungen, unsere Logistiker und ich.“ Lang hat sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem ihn Feldafinger Eltern schwer kritisiert hatten. Er sprach von E-Mails mit „ungerechtfertigten Unterstellungen und maximalen Drohungen“. Details nannte er nicht. Es sei „ein hochemotionales Thema in Feldafing“.

Was war passiert? Im Sommer 2017 gab es schon einmal schweren Widerstand aus Feldafing gegen einen Caterer aus Österreich, der Bio-Tiefkühlessen ans BRK lieferte. In Gauting und Andechs sind Eltern und Kinder nach wie vor zufrieden mit dem österreichischen Essen, in Feldafing schlugen die Wellen damals hoch (wir berichteten). Mit dem Ergebnis, dass das BRK einen lokalen Essenslieferanten beauftragte, den Konradhof aus Unering. Dessen Engagement in Feldafing sei nun beendet, berichtete Lang. Mit Königsberger Klopsen habe der Konradhof nicht unbedingt den Kindergeschmack getroffen und sei sehr teuer gewesen. „Wir haben in neun Monaten 12 000 Euro Defizit gemacht.“ Für Feldafing habe man nun als Notlösung auf den österreichischen Caterer Gourmet zurückgegriffen. „Doch das ist keinesfalls in Stein gemeißelt“, versicherte Lang.

Die 28 BRK-Kitas werden aktuell von acht, neun verschiedenen Caterern von laut Lang unterschiedlicher Qualität beliefert – und jede Kita-Chefin muss sich jeweils mit der Organisation rund um das Essen auseinandersetzen, das durch religiöse Essensregeln, Unverträglichkeiten und weltanschauliche Einflüsse immer komplizierter wird. Nun will das BRK das Thema Essen bündeln und eigene Abteilung „Essen für Kinder“ (EfK) in seiner Verwaltung schaffen. Diese soll Anfang 2020 starten. Ein weiteres Ziel sei auch, beim Kita-Essen keine Verluste mehr zu machen, sagte Lang. Gleichzeitig unterstrich er, dass das BRK für 80 Euro Essensgeld im Monat pro Kind ein Mittagessen, eine Brotzeit, Obst, Joghurt und Getränke anbieten will.

Mittelfristig will Lang das Essen für die 28 Kitas so organisieren, dass es drei Bereiche gibt. Der Bereich Nord mit Gauting und Gilching soll ab Mitte 2021 von der Küche des künftigen Mehrgenerationen-Campus in Gauting beliefert werden. Der Bereich Westen mit Andechs, Seefeld, Herrsching und Wörthsee soll von Pöcking aus bekocht werden, wenn dort die Pläne für ein operatives Rotkreuz-Zentrum realisiert sind – doch das liegt noch in weiter Ferne.

Bleibt der Süden mit Feldafing und Tutzing. Geplant war ursprünglich, diesen Bereich aus der Küche des BRK-Altenheims Garatshausen zu beliefern. „Das geht nicht, das hat ein Testlauf in Tutzing gezeigt“, sagte Lang. Deshalb muss für Feldafing und Tutzing ein langfristiger Caterer gefunden werden.

Die neue Kommission soll für jeden Bereich – Norden, Süden und Westen – zusammenkommen. Lang ist zuversichtlich, eine gute Lösung zu finden, trotz der schlechten Stimmung in der Feldafinger Versammlung. „Wir haben doch alle das gleiche Ziel: ein Essen, das die Kriterien Ökologie und Regionalität und eine hohe Bioquote erfüllt.“

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