Weitere Fläche für die Feuerwehr.
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Weitere Fläche für die Feuerwehr.

neuer möglicher Standort

Feuerwehr soll auf die grüne Wiese

  • VonSandra Sedlmaier
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Das Feldafinger Rathaus bringt einen neuen möglichen Standort für ein Feuerwehrhaus ins Spiel: südlich des TSV-Sportplatzes am Starzenbach. Dabei war eigentlich schon klar, dass der Neubau am „Makarska Grill“ stehen soll.

Feldafing – Die Suche nach einem Standort für ein neues Feuerwehrhaus beschäftigt den Feldafinger Gemeinderat seit Jahren. Diskutiert wurden fünf Standorte: das Grundstück am Dr. Appelhans-Weg, auf dem jetzt das marode Feuerwehrhaus steht, die Lipp-Wiese südlich der Wettersteinstraße, das alte Klinikareal in der Ortsmitte, eine Fläche gegenüber dem Bahnhof und das Areal des „Makarska Grill“. Nun geht die Reise ganz woanders hin: Der Gemeinderat beschloss mit 9:5 Stimmen eine Standortanalyse für eine Wiese südlich des TSV-Geländes am Starzenbach im Landschaftsschutzgebiet und eine Anpassung des Feuerwehrbedarfsplans.

Im Mai wurde bekannt, dass der Gemeinderat den „Makarska Grill“ als Feuerwehr-Standort favorisiert. Es gab keinen Beschluss dazu, aber ein Stimmungsbild, nachdem im März in nicht öffentlicher Sitzung Machbarkeitsstudien für alle Standorte präsentiert worden waren. Jetzt gibt es einen neuen Vorschlag: eine Wiese südlich des TSV-Sportplatzes im Südwesten der Gemeinde. Dieser Standort soll einer Analyse unterzogen werden, beschloss der Gemeinderat gegen die Stimmen der Grünen.

Mit dem „Makarska Grill“ war die Feuerwehr nicht glücklich, ebenso wenig der Wirt des Gasthauses und vor allem die Schützen (wir berichteten). „Wir haben keine Ersatzlösung für die bei vielen beliebte Wirtschaft und auch nicht für die Schützen“, sagte Bürgermeister Bernhard Sontheim. „Wir gefährden die Existenz der Alt-Schützen.“ Darauf hätten ihn viele Feldafinger angesprochen. Auch deshalb habe er einen Runden Tisch aus Feuerwehr, Alt-Schützen, Feuerwehr-Referent und Fraktionssprechern für Anfang Juli einberufen. Nachdem zwischenzeitlich bekannt geworden war, dass das Bundeswehrgelände frühestens 2028 zur Verfügung stehen könnte, sah Sontheim eine Chance für die Wiese am TSV-Sportplatz als Standort eines neuen Feuerwehrhauses.

„Bis vor vier, fünf Wochen hatten wir die Aussicht auf ein 31 Hektar großes Gelände“, erinnerte Sontheim im Gemeinderat. Mit der Absage der Bundeswehr sei dies nicht mehr der Fall. „Deshalb halte ich die Chance, dort in ein Landschaftsschutzgebiet-Herausnahmeverfahren einzusteigen, für gar nicht so schlecht.“

Die Planung dauert länger als am „Makarska Grill“, wo kein Bebauungsplan nötig gewesen wäre. Für das Herausnahmeverfahren muss die Gemeinde einen Bebauungsplan erstellen, anschließend entscheidet der Kreistag, ob die Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet entnommen werden darf.

Der Landschaftsschutz ist nicht die einzige Hürde der Fläche. Die Gemeinde kaufte das Areal vor 25 Jahren als Wiese. Damals wurde mit dem Verkäufer eine Nachbesserungsklausel vereinbart: Sollte das Gebiet vor 2026 zu Bauland werden, bekommt er eine Nachzahlung. „Den Mehrwert zum Kaufpreis müssen wir ausgleichen“, erklärte Sontheim. Er schätzt, dass der Preis im Bereich von Gewerbegrund liegen werde. Dennoch drängte er auf einen Gemeinderatsbeschluss, „um nicht noch mehr Zeit zu verlieren“. Das Büro Skorka soll eine Machbarkeitsstudie anfertigen. Bestenfalls könnte ein endgültiger Beschluss für die Entwicklung des Geländes im Herbst fallen. Die Feuerwehr wäre laut Sontheim mit dem Standort zufrieden. Weil viele Mitglieder in dem Viertel daneben wohnten, würde sich die Anfahrtszeit deutlich verkürzen.

Garatshausens Ortsteilsprecherin Imke Schmid verwies auf den Landschaftsschutz. „Eigentlich hatten wir doch einen Standort gefunden. Wir wollen eine klimaneutrale Gemeinde werden, deshalb sollten wir nicht weitere Flächen im Außenbereich versiegeln.“ Auch die Grünen waren nicht einverstanden. Stephan Zeckser verwies auf das besondere Ensemble, das dieses Landschaftsschutzgebiet zusammen mit dem Biotop auf Tutzinger Seite bilde. „Ich finde es dramatisch, dort rauszugehen“, sagte Anton Maier.

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