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Die Villa Carl steht im Zentrum eines langen Streits zwischen Gemeinde und Denkmalamt.

Bauplanung in Feldafing

Grünes Licht für Bau an der Villa Carl

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Geht es nach dem Feldfinger Gemeinderat, darf im Park der Villa Carl demnächst gebaut werden. Doch noch ist unklar, ob der Denkmalschutz dagegen klagt.

Feldafing – Es ist ein klassisches Dilemma: Wolfgang Schmitt ist Teil einer Erbengemeinschaft und wohnt derzeit mit seiner Familie in der denkmalgeschützten Villa Carl in Feldafing, deren Instandhaltung aufwändig ist. Er würde gern dort wohnen bleiben, müsste dafür aber die anderen Mitglieder der Erbengemeinschaft auszahlen (wir berichteten). Um an das dafür und für die Unterhaltung des Baudenkmals notwendige Geld zu kommen, plant er deswegen, einen Teil des riesigen Parks rund um die Villa als Bauland zu verkaufen. Im Gespräch ist ein Gebäude mit 250 Quadratmetern Grundfläche und drei Vollgeschossen. Die Gemeinde sieht das positiv, auch weil bereits vor mehr als 100 Jahren ein zweiter Bau auf dem Grundstück geplant, aber nie realisiert worden war.

Die Denkmalschützer indes laufen Sturm gegen das Vorhaben. Sie fordern, dass der Park in seiner heutigen Form erhalten bleibt. Die Argumentation der Denkmalschützer finden Sie in nebenstehendem Kasten.

Bebauungsplan unter Vorbehalten beschlossen

Der für die Grundstücksteilung und anschließende Bebauung nötige Bebauungsplan wurde nun am Dienstagabend im Gemeinderat in Feldafing besprochen. Bürgermeister Bernhard Sontheim berichtete, dass es nochmals einen Vor-Ort-Termin mit den Denkmalpflegern gegeben habe. „Die haben sich weiterhin vehement gegen eine Bebauung ausgesprochen.“ „Das wird sich auch nicht ändern“, meinte Gemeinderätin Karin Bergfeld (Frauenliste). Aus Sicht des Denkmalschutzes sei das durchaus auch nachvollziehbar, „aber wir haben auch noch andere Gründe in Betracht zu ziehen“.

Deswegen beschloss der Gemeinderat nun auch den Bebauungsplan inklusive der geplanten Neubebauung. Allerdings muss er nun erneut ausgelegt werden. Zudem erhält er erst Satzungskraft, wenn Familie Schmitt wie besprochen eine so genannte Grunddienstbarkeit ins Grundbuch eintragen lässt, dass anschließend keine weiteren Gebäude auf dem Areal errichtet werden dürfen.

Dessen ungeachtet könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Landesamt für Denkmalpflege gegen den Beschluss Klage am Verwaltungsgerichtshof einreicht, so Bürgermeister Sontheim weiter. Daher auch die erneute Auslegung: „Verfahrensfehler sehen die Verwaltungsrichter gar nicht gern. Da machen wir es ganz genau.“ 

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