+
Idyll am Rohrausgang nördlich des a lten Stadions: Der Starzenbach verläuft quer durch Feldafing, zum Teil unterirdisch in derzeit maroden Rohren. Die will die Gemeinde nun sanieren. 

Sanierungsarbeiten

Intakte Rohre für unterirdischen Starzenbach

  • schließen

Die Gemeinde Feldafing fasst ein schwieriges Projekt an: die dringend notwendige Sanierung der Verrohrung des Starzenbachs. Das wird teuer – und aufregend, weil in Deutschland noch nie auf diese Weise ein Rohrsystem saniert wurde.

Feldafing – „Mir treibt es den Schweiß auf die Stirn. Ich habe so etwas Kompliziertes in meiner Berufslaufbahn noch nicht erlebt.“ Verwaltungschef Peter Engländer ist wegen der Sanierung der Verrohrung des Starzenbachs durchaus besorgt. In ganz Deutschland sei noch nie eine derartige Betonsanierung in Angriff genommen worden, erläuterte er im Gemeinderat am Dienstag. Das Gremium hat nun die Arbeiten an eine Sanierungsfirma vergeben.

Wie berichtet, liegt der 65 Jahre alte Kanal im Sanierungsbereich zwischen Stadionstraße und Fritz-Stöckl-Straße so tief unter der Erdoberfläche, dass das Erdreich auf den maroden Kanal drückt und diesen teilweise schon so stark beschädigt hat, dass jetzt Erde und Wurzelwerk durch die Risse eindringen. Die Sanierung wird zusätzlich durch die diversen Regenwasserzuläufe erschwert, deren Wassermassen auch bei Starkregen vom Starzenbach aufgenommen werden müssen.

Die Kosten für die Sanierung des Kanals hat das Rathaus mit 642 832  Euro veranschlagt. Ein zweites Angebot, das dem Gemeinderat vorlag, lag 194 000 Euro höher. Mehr Angebote gab es nicht.

Klar ist schon jetzt, dass es nicht bei diesem Betrag bleiben wird, denn etliche Positionen werden nach Aufmaß und tatsächlicher Materialverwendung abgerechnet. „Kann man denn ungefähr abschätzen, wie hoch diese Kosten werden?“, wollte Dr. Ute Eiling-Hütig (CSU) wissen. Die Frage wurde verneint. Es kann also ein Fass ohne Boden werden.

Dazu kommt, dass während der Sanierung der Bachlauf komplett entwässert werden muss. Der Bach wird am Anfang der Baustelle ausgepumpt, in eine provisorische oberirdische Verrohrung umgeleitet und das Wasser am Ende des Sanierungsbereichs wieder in den Bachlauf eingepumpt. Die Kosten für die Umleitung des Baches und die diversen Regenwassereinläufe sind noch nicht im Kostenvoranschlag berücksichtigt und werden mit 120 000 Euro angesetzt.

Wie die Verwaltung mitteilte, hat nur eine Firma ein Angebot abgegeben, die, wie es gewünscht war, mit Strompumpen arbeitet. Denn um die Anwohner nicht zu sehr zu strapazieren, sollten Dieselmotoren wegen des Lärms und der Geruchsbelästigung während der sechswöchigen Arbeiten im Wohngebiet nicht zum Einsatz kommen.

Die Stadionstraße wird während der Sanierungsarbeiten komplett für den Verkehr gesperrt und nur für Feuerwehr und Notarzt zugänglich sein. Geplant ist, dass die sechs Wochen dauernden Arbeiten Ende Mai in Angriff genommen werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Erst Kiosk, dann Bistro
Im Gilchinger Kulturbahnhof kann es losgehen: Am Dienstag hat Pächter Jörg Frey die Schlüssel erhalten. Am 2. Juli will er den Kiosk eröffnen.
Erst Kiosk, dann Bistro
„Ich war 17 Jahre sehr glücklich hier“
Andechs‘ Grundschulleiterin Barbara Pfaffinger wird von Schülern, Lehrern und Eltern nach 17 Jahren ein herzliches Ruhestandsfest bereitet.
„Ich war 17 Jahre sehr glücklich hier“
Die Höhepunkte zum Silber-Jubiläum
Es gab eine Überraschung bei der Präsentation des Jubiläum-Spielplans „25 Jahre Theaterforum“: Als Fernsehmoderatorinnen machten die Bosco-Managerinnen Amelie Krause und …
Die Höhepunkte zum Silber-Jubiläum
Grafrather stirbt bei Segelunfall auf dem Ammersee - nun wird auch noch ein Gilchinger (68) vermisst
Nach einem Segel-Unfall zwischen Utting und Breitbrunn wird ein Gilchinger vermisst. Zuvor war am Donnerstag bereits ein Mann auf dem Ammersee tödlich verunglückt.
Grafrather stirbt bei Segelunfall auf dem Ammersee - nun wird auch noch ein Gilchinger (68) vermisst

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.