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Viel Platz und viel Grün gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Benedictus-Krankenhauses in Feldafings Ortsmitte, wie das Panoramafoto zeigt. Die Eigentümer möchten das Krankenhausgebäude abreißen und auf den mehr als 15 000 Quadratmetern Fläche Wohnungen schaffen.

Feldafing lobt Wettbewerb aus

Gesucht: Die besten Ideen für die Ortsmitte

  • vonSandra Sedlmaier
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Mit einem städtebaulichen Wettbewerb will die Gemeinde Feldafing das Beste für die Ortsmitte herausholen – vor allem für die Bebauung des alten Klinikgeländes am Dr. Appelhans-Weg. Dort könnte auch bezahlbarer Wohnraum entstehen.

Feldafing– Der Feldafinger Gemeinderat hat ein klares Bekenntnis zu einer Neubebauung für das alte Klinikareal mitten im Ort abgegeben. Einstimmig votierte das Gremium dafür, einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen. Damit sich die neuen Häuser auf dem 15 000 Quadratmeter großen Klinikgelände bestmöglich in die Umgebung mit Kirchplatz, altem Rathaus und Turnhalle unter Berücksichtigung des zu erwartenden Verkehrs und der Historie des Ortskerns einfinden.

Das Areal, auf dem bis Ende des Jahres die Benedictus-Klinik residierte, hat eine Schlüsselrolle in der Ortsmitte. „Es ist das städtebauliche Herz von Feldafing, seine Wichtigkeit kann man gar nicht überschätzen“, sagte Ortsentwicklungsreferent Stephan Zeckser (Grüne). Die Grünen hatten sich im Wahlkampf dafür eingesetzt, dass die Entwicklung der Ortsmitte fachmännisch begleitet wird. Entsprechend zufrieden zeigte sich Zeckser. Auch, weil ihm Bürgermeister Bernhard Sontheim zusicherte, dass die vorläufigen Ergebnisse des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts ISEK berücksichtigt werden.

Das Klinikareal gehört der Familie Appelhans/von Stillfried und dem Projektentwickler C7 aus München zusammen, die Familie hat einen Teil verkauft. C7-Geschäftsführer Fridolin Lippens stellte Ideen für das Areal vor. Er hatte sie bereits im November präsentiert, die neuen Gemeinderatsmitglieder sollten seinen Bericht aus erster Hand hören.

Er wiederholte die Vorstellung der Eigentümer, das Baurecht von 7500 Quadratmeter Fläche auf über 12 000 Quadratmeter zu erhöhen. Zum einen gebe dies das große Grundstück in der Ortsmitte her, zeigte sich Lippens überzeugt. Und zum anderen könne das zusätzliche Baurecht zum Teil für bezahlbaren Wohnraum genutzt werden. Auf Nachfrage von Jakob Stillmarkt (SPD) präzisierte Lippens, dass es dabei um etwa 25 Wohneinheiten à 60 Quadratmeter gehen könnte. C7 ziehe eine Bebauung mit neun Gebäuden einem großen Viereck vor, sagte der Geschäftsführer.

Schon heute will die Verwaltung geeignete Fachbüros anschreiben, die den städtebaulichen Wettbewerb vorbereiten und begleiten könnten. Bis Ende Juli sollen sich die Büros im Rathaus melden, skizzierte Bauamtsleiterin Angelika Dinger einen möglichen Zeitplan. In der August-Sitzung könnte der Gemeinderat dann den Auftrag vergeben. „Dann könnten wir im September loslegen“, sagte Dinger, die in der Zwischenzeit die Förderung des Wettbewerbs durch die Regierung von Oberbayern prüfen lassen will. Die Begleitung des Wettbewerbs kostet 30 000 bis 50 000 Euro, davon zahlt 60 Prozent die Regierung. Was die Durchführung des Wettbewerbs kostet, ist noch unklar. Das ist eines der Dinge, die das Fachbüro klären wird. Sicher ist, dass sich die Bauwerber finanziell beteiligen.

Bis es so weit ist, muss sich der Gemeinderat überlegen, welche Ziele er mit dem Wettbewerb verfolgt. Das wurde auf Anregung Zecksers explizit ins Leistungsverzeichnis aufgenommen. „Wie sich die Ortsmitte entwickeln soll, steht noch nicht fest“, unterstrich Städteplaner Dr. Hans-Peter Dürsch, der dem Gemeinderat das Prozedere erklärte. Unklar ist auch noch, ob es ein offener Wettbewerb wird oder ein nicht offener. Letzterer hätte den Vorteil, dass man gute Ideen von mehreren Teilnehmern verwerten könnte. Ersterer verpflichtet die Gemeinde, nach den Vorgaben des Gewinners zu bauen.

Neu für die Gemeinderäte war die Information, dass die Bauwerber eine separate Projektentwickler-Firma mit Sitz in Feldafing gründen wollen. Und dort auch – das wollte Bürgermeister Sontheim genau wissen – Gewerbesteuer zahlen. Einen Teil der Wohnungen will die Firma in ihrem Bestand behalten.

Der Gemeinderat erfuhr auch, dass an eine Zwischennutzung des Klinikbaus, der seit Januar leer steht, zwar gedacht worden war, aber ohne Erfolg. „Die Familie hat sich Gedanken gemacht, ist aber zu dem Schluss gekommen, dass nichts funktioniert“, sagte Lippens.

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