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Neubau neben den königlichen Toiletten

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Von: Sandra Sedlmaier

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Die königlichen Toiletten am Feldafinger Bahnhof sollen Zuwachs bekommen: Der hintere Teil aus Holz soll einem Verwaltungsbau weichen, im dem das Einwohnermeldeamt unterkommen könnte.
Die königlichen Toiletten am Feldafinger Bahnhof sollen Zuwachs bekommen: Der hintere Teil aus Holz soll einem Verwaltungsbau weichen, im dem das Einwohnermeldeamt unterkommen könnte. © Andrea Jaksch

Zu wenig Platz für die Verwaltung: Die Gemeinde Feldafing plant deshalb in unmittelbarer Nähe zum denkmalgeschützten Rathaus zwei Neubauten. Die Kosten sind noch unklar.

Feldafing – Als die Feldafinger Verwaltung vor knapp zehn Jahren in den denkmalgeschützten Bahnhof zog, war klar, dass der Platz beschränkt sein und irgendwann nicht mehr ausreichen würde. Jetzt ist es so weit. Im Rathaus denkt man über einen Neubau unmittelbar neben dem Bahnhof nach, um dort das Einwohnermeldeamt unterzubringen. Ein zweiter Neubau ist ebenfalls im Gespräch. Der Gemeinderat möchte weitere Details darüber wissen, beschloss er am Dienstagabend einstimmig.

Die Platznot im Rathaus beschäftigt die Verwaltung schon seit längerem. Zusätzliche Mitarbeiter, zusätzliche Anforderungen, nicht zuletzt an den Datenschutz seien ausschlaggebend für die Idee, neu zu bauen. Die beiden neuen Gebäude sollen im Norden des Bahnhofs anstelle der jetzigen Baracken errichtet werden. „Im rechtskräftigen Bebauungsplan für das Bahnhofsgelände gibt es zwei Baufenster“, sagte Bürgermeister Bernhard Sontheim. Er hält einen Neubau für sinnvoll. „Wir haben überlegt, ob wir eine Fläche anmieten sollen. Dann sind wir zu dem Schluss gekommen, selbst ein kleines Verwaltungsgebäude zu bauen.“

Andreas Keller vom gemeindeeigenen Planungs- und Entwicklungsunternehmen Pewu stellte eine grobe Planung vor. Das eine Gebäude kann laut Bebauungsplan eine Grundfläche von 200 Quadratmetern haben, das andere 150 Quadratmeter. Die Breite der Gebäude sei auf acht Meter beschränkt und auch die Höhe auf ein Geschoss, ein Ausbau des Dachs sei bei einer Firsthöhe von fünf Metern nicht möglich, so Keller. In dem größeren Haus könnten sieben Arbeitsplätze in fünf Büros und ein „vernünftiger Wartebereich“ untergebracht werden. In einem möglichen Keller sei Platz für das Archiv.

In dem kleineren Gebäude könnte ein Versammlungs- und Besprechungsraum und ein weiterer Raum sein. Besprechungen in kleinerem Rahmen seien im Rathaus derzeit nur in seinem Büro möglich, ergänzte Sontheim. Der neue Raum könne auch an Vereine vermietet werden oder für Trauungen dienen.

„Der gemauerte Teil des Bahnhofsschuppens soll als Lagerfläche für das Café erhalten bleiben“, sagte der Pewu-Chef. Darauf lege er Wert, unterstrich Sontheim. „Das waren die alten königlichen Toiletten.“

Keller hatte auch eine grobe Kostenschätzung parat. Ohne Keller schätzt er das größere Haus auf 620 000 Euro, „mit Keller dürfte es annähernd das Doppelte sein“. Das kleinere liegt ohne Keller bei 450 000 Euro.

Der Gemeinderat nahm die Vorstellung sehr positiv auf. Roger Himmelstoß (CSU) war dafür, das Baufenster zur Gänze auszunutzen. „Es wäre kurzsichtig, nur auf Kante zu nähen.“ Dr. Michael Keltsch (AUF) plädierte für die Unterkellerung und eine Bauweise, die eine spätere Aufstockung erlaubt. Und er bat zu prüfen, ob der Schießstand der Altschützen im Keller untergebracht werden könnte. Pewu-Chef Keller soll eine Kostenschätzung erarbeiten, mit und ohne Keller, beschloss das Gremium.

Einig ist man sich, dass das Einwohnermeldeamt umziehen soll. Es ist derzeit im Erdgeschoss neben dem Bürgersaal untergebracht. Die Räumlichkeiten seien sehr beengt, so Sontheim. Zumal, wenn nicht mehr pandemiebedingt Einzeltermine vergeben werden. Und durch den Café-Betrieb sei es auch mal laut. Zur Debatte stand auch das Bauamt, so der Rathauschef. „Aber die Kommunikation zwischen Bauamt, Geschäftsleitung und mir ist sehr intensiv, wir reden bestimmt fünfmal am Tag miteinander.“ Sinnvoller sei, Einwohnermelde- und Standesamt umzuziehen.

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