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Neues Unternehmen, neuer Wasserpreis

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Von: Sandra Sedlmaier

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Wasserhahn mit Glas
Trinkwasser könnte zu Beginn des nächsten Jahres in Pöcking und Feldafing teurer werden. © dpa

Das neue Kommunalunternehmen Wasserversorgung Feldafing Pöcking nimmt Fahrt auf. Gesucht werden Mitarbeiter für fünf neue Stellen. Zum 1. Januar wird der Wasserpreis neu berechnet.

Pöcking/Feldafing – Dass ihr Leitungswasser seit Ende Juli nicht mehr von einem Zweckverband, sondern einem Kommunalunternehmen kommt, wird den meisten Feldafingern und Pöckingern egal sein. Dass die Wasserversorgung seit 30. Juli in einer anderen Rechtsform existiert, wird ihnen erst bewusst werden, wenn es ab 1. Januar einen neuen Wasserpreis geben wird. In welcher Höhe der liegen wird, ist noch unklar.

Der Verwaltungsrat des neuen Kommunalunternehmens Wasserversorgung Feldafing Pöcking gKU, das die beiden Gemeinden aus ihrem früheren Wasser-Zweckverband geformt haben, hat am Mittwochabend erstmals getagt. In öffentlicher Sitzung wurden Formalien beschlossen: die Änderung der Unternehmenssatzung, die Neufassung der Entschädigungssatzung und der Geschäftsordnung für den Verwaltungsrat. Interessanter wurde es in der nicht öffentlichen Sitzung. Zum Vorstand des Unternehmens wurde die bisherige kaufmännische Leiterin Yvonne Kolbe bestimmt. Das ist keine Überraschung, denn sie wurde vor knapp zwei Jahren für diesen Zweck eingestellt.

Jetzt kommt viel Arbeit auf sie zu. Der Verwaltungsrat genehmigte zusätzliches Personal. Das wird nötig, denn zum Jahresbeginn 2021 übernimmt das Kommunalunternehmen die Trinkwasserleitungen beider Kommunen. „Es gibt drei neue Stellen für die Verwaltung und zwei neue Stellen für Wasserwarte“, berichtet Kolbe. Bisher ist sie in der Verwaltung alleine, im technischen Bereich waren es 3,5 Stellen. Eine halbe Stelle bleibt bei der Gemeinde, ein Wasserwart wird technischer Leiter, so dass zwei Stellen vakant sind. „Vier Wasserwarte brauchen wir“, sagt die Chefin.

Die Verwaltungsmitarbeiter werden ab 1. Januar die Abrechnungen und die Errechnung von Herstellungsbeiträgen übernehmen – Arbeiten, die bislang in den Rathäusern erledigt wurden. Kolbe hofft auf Bewerbungen von Industrie- oder Bankkaufleuten und von Verwaltungsfachangestellten. „Das Schöne ist: Nachdem es ganz neue Stellen sind, sind wir frei in der Organisation – wenn jemand 30 Stunden arbeiten möchte, kann man die neuen aufteilen.“

Wenn die neue Mannschaft komplett ist, wird die Wasserversorgung umziehen. Aktuell sitzt Yvonne Kolbe in einem Büro im Pöckinger Bauamt. Die neue Wirkungsstätte wird im alten Rathaus in Feldafing sein. Als Umzugstermin ist der 1. Dezember angepeilt.

Bleibt die Frage nach dem neuen Wasserpreis. Aktuell zahlen die Pöckinger 2,14 Euro pro Kubikmeter, die Feldafinger 1,77 Euro. Eine Aufgabe des neuen Unternehmens ist, ein Büro zu beauftragen, das unter Berücksichtigung aller Parameter, darunter das Alter der Leitungen und ihr Sanierungsbedarf, den Preis neu berechnen wird. „Deshalb kann ich über den künftigen Preis noch gar nichts sagen“, erklärt Kolbe.

Einer der Parameter wird das Eigenkapital des neuen Unternehmens sein. Beide Gemeinden übergeben ihre Leitungsnetze, die einen Wert darstellen. Dieser Wert ist für Pöcking wegen der besser gepflegten Leitungen etwas höher als für Feldafing, und eigentlich müsste das Unternehmen den Gemeinden das Netz gegen Geld abgeben. Doch mit Schulden zu starten, sei schwierig, sagt Kolbe. Deshalb gebe es Überlegungen, dass die Gemeinden diese Summen als Kredit oder als Einlage zur Verfügung stellen. „Das muss noch ausgehandelt werden“, sagt Kolbe.

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