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Überzeugt vom fairen Handel (v.l.): Jasmin Promberger mit Sohn Noah, Naturkosthändler Günther Haidl, Liza Dorn-Zachertz vom Bund Naturschutz mit Tochter Lara und Bürgermeister Bernhard Sontheim.

Bürgerfest im Feldafinger Rathaus

Mit Pfifferlingen zum Fair-Trade-Titel

Was hat ein Schwammerlgulasch mit den Ungerechtigkeiten in der Welt zu tun? Viel, zeigte Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim am Freitagabend im Rathaus. Dort feierten die Bürger das erste Fair-Trade-Fest der Gemeinde.

Feldafing – Feldafing ist auf dem besten Weg, nach Herrsching und Gauting bald die dritte Fair-Trade-Gemeinde im Landkreis zu werden. Die Voraussetzungen dafür sind weitgehend erfüllt: der Beschluss des Gemeinderates, die installierte Steuerungsgruppe, Fair-Trade-Produkte in öffentlichen Einrichtungen und in zwei Geschäften. Auch die erforderliche Öffentlichkeitsarbeit ist voll im Gange. In diesem Sinne lud Sontheim im Rahmen der bundesweiten Fair-Trade-Woche zum Fair-Trade-Fest in den Bürgersaal. Als Attraktion rührte der Bürgermeister für die Besucher aus selbst gesammelten Pfifferlingen ein Schwammerlgulasch.

Auf den Tischen stand Mineralwasser aus der Region, Monika Ilona Proebst schenkte fairen Wein und Bier aus. Die Vorsitzende der Steuerungsgruppe und ihre Mitstreiterin Pamela Putz sind gerade dabei, zwei Restaurants zu überzeugen, ein zweites Fair-Trade-Produkt im Angebot aufzunehmen. Damit hätte Feldafing alle Kriterien für den Titel erfüllt.

Immer mehr Menschen strömten in den Saal, während Sontheim lauter faire Zutaten in den Topf warf und das Gulasch anschließend den gut 100 Besuchern in die Suppenteller schöpfte. Unter ihnen befanden sich Giorgio Zankl und Teresa Emilian. „Wir wollten schauen, wie ehrlich die Gemeinde es mit Fair-Trade meint“, begründete der 66-Jährige sein Kommen. Und? „Es ist ehrlich.“

Auch Felix schaute dem Rathauschef beim Kochen über die Schulter. In dem 14-Jährigen sei das Bewusstsein für gute Lebensmittel schwer verankert, sagte seine Mutter. „Ich kaufe Fair-Trade-Schokolade“, gab der Realschüler ein Beispiel. „Und du trinkst fairen Kakao“, legte die Mutter nach. Die Feldafingerin vermisste allerdings den Naturkostladen im Ort, seit Günther Haidl mit seinem Laden nach Pöcking umgezogen ist.

Haidl stand für Fragen parat. Etwa diese: „Gibt es Produkte, die auch mit gutem Willen das Fair-Trade-Siegel nicht erreichen können?“ Er schüttelte den Kopf. Zertifiziert hätten sich vom Kaffee über den Sportball bis hin zur Kleidung Hersteller verschiedenster Produkte. Voraussetzung sei, dass sie sich für gute Arbeits- und Lebensbedingungen der Kleinbauern und Beschäftigten einsetzten. Fair-Trade habe auch mit Regionalität zu tun und betreffe bayerische Bauern genauso, betonte Sontheim und verwies auf die fallenden Milchpreise.

Über die Initiative freute sich auch Jasmin Promberger. Der 34-Jährigen liegt die Umwelt schon wegen der Zukunft von Sohn Noah (1) am Herzen, der vergnügt durch die Bankreihen wackelte. „Ich möchte meinen Kindern erklären, dass wir die Schwammerl selber suchen und kochen“, sagte sie und löffelte das köstliche Ergebnis. Sontheim hofft, das Siegel noch vor Weihnachten beantragen zu können.

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