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Ein Prost auf Feldafing: Nach sechs Wochen Zwangsaufenthalt in Berg darf die Feldafinger Fahne wieder heimkehren. Darauf stoßen an (v.l.) Landrat Karl Roth, Kreisrätin Margarete Blunck, Bergs Bürgermeister Rupert Monn, Fahnenmalerin Sina Werner und Feldafings Rathauschef Bernhard Sontheim.

Diebesgut ausgelöst

Feldafings falsche Fahne: Appell mit Putenbraten

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Berg/Feldafing - Fahnenappell einmal anders: Bei Braten und Kartoffelsalat hat Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim in Berg die geklaute Feldafinger Fahne ausgelöst.

Die Rache ist etwa 30 Zentimeter hoch, weiß-blau und ein Staubfänger. Bernhard Sontheim brachte seinem Berger Bürgermeisterkollegen Rupert Monn eine – alte – Feldafinger Fahne als Tischmodell zum Dank für den Spaß mit, den dieser durch den Diebstahl der – neuen – Feldafinger Fahne verursacht hat. Doch der Reihe nach.

Die Feldafinger haben seit mehr als 50 Jahren die falsche Fahne in Gebrauch (wir berichteten). Zwar hatten sie am 30. März 1965 die Genehmigung des Bayerischen Innenministeriums, eine grün-weiße Fahne zu führen. Doch darum gekümmert hat sich nie jemand. Die Feldafinger Fahne war immer weiß-blau mit dem Feldafinger Wappen drauf: Fisch mit Erdbeeren. Zur 900-Jahr-Feier vergangenes Jahr kam heraus, dass die Fahne falsch ist – doch da waren gerade zwei, drei neue Exemplare gekauft worden.

Damit Feldafing endlich in den richtigen Farben erstrahlt, schenkte Landrat Karl Roth Sontheim bei der Weihnachtsfeier des Landkreises eine richtige Feldafinger Fahne. Die war allerdings gemalt, weil die Zeit fürs Nähen zu kurz war. Landratsamtsmitarbeiterin Sina Werner kümmerte sich darum. Sontheim war total begeistert, und provozierte damit ÖDP-Kreisrätin Margarete Blunck, die an jenem Abend ihren Tischnachbarn Rupert Monn fragte: „Wie ist das eigentlich in Bayern mit der Tradition des Fahnenklaus?“ Monn war sofort inspiriert – seitdem war die Fahne in Monns Büro.

Sammlung „gemeindefremder“ Fahnen

Sontheim verstand den Spaß und löste das gute Stück am Freitag bei einem Mittagessen im Berger Rathaus aus. „Ich hätte nicht gedacht, dass das solche Wogen schlägt“, sagte Monn, als er Sontheim vor dem Putenbraten das Diebesgut übergab. „Weil Feldafing nicht so gut eingesäumt ist wie Berg, übernehmen wir die Getränke“, sagte er. Berg ist schuldenfrei, Feldafing nicht. Sontheim, der die Fahne sofort in die Obhut seiner Frau Gabriele gab, konterte mit einem wirklich gemeinen Geschenk: einer Feldafinger Tischfahne in den alten, falschen Farben weiß-blau. „Das weiß-blaue Glump muss ich langsam entsorgen“, sagte er. „Ich hab gedacht, ich bring dir unseren Schrott.“ Beim Loswerden solcher gemeindlicher Gegenstände hat der Feldafinger Bürgermeister Übung. Bevor die Gemeinde ins neue Rathaus zog, wurde ausgemistet. Und Sontheim verkaufte auf dem Christkindlmarkt Tischfahnen, Zinnteller und anderes mit dem Gemeindewappen drauf.

Für Berg hofft er, dass sein Geschenk eine kleine Sammlung gemeindefremder Fahnen begründet. „Damit sich Berg nicht mit fremden Federn, aber mit fremden Fahnen schmücken kann.“

Die Feldafinger Fahne erhält jetzt einen Ehrenplatz in Sontheims Büro.

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