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Feldafings neuer Schatz

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Von: Sandra Sedlmaier

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Ein Hort an Informationen: Gemeindearchivarin Martina Graefe und Bürgermeister Bernhard Sontheim zeigen die Karte aus dem Jahr 1794. Sie ist ein kostbarer Neuzugang für das Feldafinger Archiv.
Ein Hort an Informationen: Gemeindearchivarin Martina Graefe und Bürgermeister Bernhard Sontheim zeigen die Karte aus dem Jahr 1794. Sie ist ein kostbarer Neuzugang für das Feldafinger Archiv. © Andrea Jaksch

Das Feldafinger Archiv ist um eine Attraktion reicher: In einem Antiquariat hat die Gemeinde eine Karte von 1794 erstanden, die die Roseninsel und den Uferbereich des Starnberger Sees zeigt. „Was die Gutenberg-Bibel für die Welt ist, könnte diese Karte für Feldafing sein“, sagt Bürgermeister Bernhard Sontheim.

Feldafing – Wer sich mit Geschichte beschäftigt, weiß: Ganz oft gehört eine gehörige Portion Glück dazu, dass die Sache gut ausgehen kann. Das ist im Falle des Neuerwerbs für das Feldafinger Archiv nicht anders. Dass nun eine Karte der „Hofmarck Garazhausen“ von 1794 mehr Licht in die Geschichte des Ortes bringt, ist dem Zufall und dem beherzten Handeln der beteiligten Akteure zu verdanken. Die ehrenamtliche Archivarin der Gemeinde, Martina Graefe, hatte die Brisanz des Stücks erkannt, Bürgermeister Bernhard Sontheim anschließend das Geld dafür in die Hand genommen. Und dann waren da noch ein aufmerksamer Architekt und ein Münchner Antiquar. Doch der Reihe nach.

Die Gemeinde hat das Stück vergangene Woche erworben. Der mit Feldafing vertraute Münchner Architekt Arne Schacht hatte sich bei Graefe gemeldet, dass die Karte zum Verkauf stehe. Graefe erkannte umgehend den Wert des Stücks. Sie fragte bei Sontheim nach, ob er jemanden kenne, der bereit wäre, die Karte zu kaufen und der Gemeinde zu schenken. Sontheim zögerte nicht lange: „Ich war bereit, das Archivbudget massiv zu erhöhen“, scherzte er bei der Präsentation der Karte am Dienstag im Feldafinger Bürgersaal, um gleich darauf ernst zu werden. „Diese Karte hat für Feldafing eine außergewöhnliche Bedeutung. Sie gehört nicht in ein Staatsarchiv oder zur Schlösser- und Seenverwaltung, sondern ins Feldafinger Archiv.“

Wie eng alles war, verdeutlicht diese Tatsache: Denn die ie Karte sollte am Folgetag auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse angeboten werden. Stattdessen kam sie nach Feldafing – gerollt und mit Rostflecken an den Rändern, die vermutlich vom Rahmen stammen. Sie ist aus Papier und wurde schon einmal mit Japanpapier unterlegt. Der unbekannte Landvermesser hat mit Tinte gearbeitet und die Bäume nachaquarelliert.

2250 Euro hat die Gemeinde bezahlt. Ob das viel ist oder wenig, entziehe sich seiner Kenntnis und sei auch egal, sagt Sontheim. „Für uns hat die Karte einen hohen ideellen Wert. Sie ist unser ältestes Original.“ Graefe mit ihrer 30-jährigen Erfahrung liest in ihr wie in einem Buch.

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