Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Die studierte Spielfilmregisseurin Felicitas Darschin unterrichtet mittlerweile selbst Regie- und Drehbucharbeit unter anderem an der Filmhochschule in München. Sie lebt in Garatshausen. 

Fünf Seen Filmfestival

Kinderlos in der Welt der Mütter

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Felicitas Darschin hat einen Film über das Schicksal berufstätiger Familienfrauen gedreht. Die Regisseurin kann man beim Werkstattgespräch im Rahmen des Fünf Seen Filmfestivals treffen.Sie

Garatshausen/Gauting Eigentlich schreibt Felicitas Darschin ihre Rollen am liebsten den Schauspielern auf den Leib. Diesmal aber ist die Filmproduktion mixtvision mbh auf sie zugekommen, ob sie nicht das Drehbuch „Frau Mutter Tier“ nach dem gleichnamigen Theaterstück von Alexandra Helmig verfilmen wolle. Darin geht es um drei unterschiedliche Frauen und ihre Mutterrollen. Marie geht mit ihren Kindern völlig auf, die alleinerziehende Tine schlägt sich wacker durchs Leben und die Karrierefrau Nela versucht, alles unter einen Hut zu bringen.

Mit einem Schlag fand sich Felicitas Darschin, 35 Jahre, selbst noch kinderlos und im Filmgeschäft gut aufgestellt, in der Welt der Mütter wieder. Kinder, Kochtopf und Karriere unter einen Hut zu bringen, ist auch im 21. Jahrhundert ein ungelöstes Problem, der Frust der berufstätigen Mütter mindestens genauso groß wie die Liebe zu den Kindern.

Faszinierende Milieustudie

Felicitas Darschin tauchte in ein Thema ein, das sie nicht aus eigener Erfahrung, aber von Freunden kannte. Dadurch, dass sie immer wieder auch Dokumentationen dreht, war für sie das Mütter-Thema wie eine faszinierende Milieu Studie. Sie ist im besten Alter, Mutter zu werden, hält sich bei diesem Thema aber noch alles offen. Bei ihr läuft es im Beruf gerade zu gut. Sie arbeitet sehr, sehr viel. Ist Regisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin und Dozentin. Ein Profi in der Filmbranche, mit Haut und Knochen Filmemacherin, privat eine „Seenwanderin“. Wasser zieht sie magisch an. Eben noch am Wannsee einen Spielfilm gedreht, inzwischen wohnhaft am idyllischen Starnberger See, in Garatshausen.

In Bildern denken und Bilder finden, ist ihr Metier und sie holt sich die Inspiration oft aus der Natur, „weil ich meine Geschichten, Bilder, Drehbücher in der Natur am kreativsten entwickeln kann. Vielleicht ist auch das der Grund, dass ich immer wieder Anfragen für Naturdokus bekomme“, sagt sie. Ihre Fähigkeiten hat sie sich bei der Hochschule für Film und Fernsehen in München angeeignet, dort ihr Spielfilmregie-Studium absolviert und sich danach bewusst breit aufgestellt. Und sie weiß, wie schwer es ist, Fuß im Filmgeschäft zu fassen, aber: „Ich krieg die verschiedenen Stand- und Spielbeine gut hin.“

Unterricht in Regie- und Drehbucharbeit

Neben Regie- und Drehbucharbeit unterrichtet sie seit 2012 auch an der Filmhochschule München und der Medienakademie, denn „die Studenten geben mir viel zurück“. Außerdem ist sie noch Produzentin. „Ich verkaufe einige Projekte noch besser, wenn ich an der Quelle sitze.“ Viel Zeit für Privates bleibt da nicht.

Zum Interview kam sie direkt aus dem Schneideraum. Um 22 Uhr. Gerade sind die Dreharbeiten zum Kinofilm „Frau Mutter Tier“ abgeschlossen. Die Komödie erzählt vom Alltag des Mutterdaseins, ist prominent besetzt mit Julia Jentsch, Alexandra Helmig und Kristin Suckow in den Hauptrollen, dazu Brigitte Hobmeier, Annette Frier, Ulrike Arnold, Matthias Weidenhöfer, Florian Karlheim, Max von Thun, Gundi Ellert und Stefan Wilkening in charmanten Gastrollen.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Julia Jentsch und Komödie – geht das überhaupt? Am Anfang waren da einige Aussenstehende etwas unsicher, doch das erste „Beschnuppern“ in Zürich lief so gut, dass das Bauchgefühl von Felicitas Darschin sofort Ja sagte zu der hervorragenden Charakterdarstellerin. Die Dreharbeiten waren eine „tolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Julia Jentsch arbeitet sehr nuanciert und trifft auch die leiseren Töne einer besonderen Komödie hervorragend“.

Es lohnt sich also zum Werkstattgespräch mit Felicitas Darschin zu kommen. FSFF-Besucher sitzen sozusagen mitten in der Produktion, denn der Film befindet sich noch in der Postproduktion und kommt voraussichtlich 2018 ins Kino.

Das Werkstattgespräch

mit Felicitas Darschin, Alexandra Helmig, Ute Wieland (Drehbuch „Tigermilch“) findet heute, 28. Juli, um 19 Uhr im Kino Breitwand in Gauting statt.

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